Mai 262017
 

Die Obsidian-Essenz wurde mit alchemistischen Methoden hergestellt. Die alchemistische Arbeit beruht u. a. auf der Signaturen- und Analogienlehre*, die zu den astrologischen Anschauungen gehören. Nach diesen Sichtweisen bildet der Obsidian eine Analogie zu Saturn/Neptun. Denn der Obsidian entsteht, wenn bei einem Vulkanausbruch Magma oder Lava auf Wasser trifft und sich schlagartig verhärtet. Es handelt sich also schon beim Entstehungsprozess um eine Art Schock, um eine Kontraktion, was astrologisch Saturn/Neptun entspricht. Als schwarzes Mineral entspricht der Obsidian überdies auch wegen seiner Härte und Farbe dem Saturn, dem in der Astrologie traditionell die Steine und die Farbe Schwarz zugeordnet werden. Und als Vulkanglas entspricht er dem Neptun, dem der Weltraum, das Ozeanische, das Unsichtbare, bzw. das Durchsichtige und damit auch das Glas zugeordnet werden.

*Die Signaturen- und Analogienlehren schließen aus der sinnlich wahrnehmbaren Gestalt einer Erscheinung auf deren Prinzip, Wesen und Bedeutung. Denn nach dieser Sicht spiegeln sich die kosmischen Grundprinzipien auf allen Ebenen der Schöpfung. Hier als Beispiel eine Analogiereihe zur Sonne: Himmelskörper = Sonne, Grundprinzipien = Licht, Kraft, Antike Gottheiten = Apollo, Helios, Farbe = Goldgelb, Metall = Gold, Tier = Löwe, Pflanze = Sonnenblume, Organ = Herz, physiologisch = Vitalität, psychologisch = Selbstausdruck.

 

 

Obsidian

Schwarzer Obsidian Quelle: Wikipedia

Der schwarze Obsidian wurde übrigens in den steinzeitlichen Kulturen zur Herstellung von Waffen verwendet. Zurück zu Saturn und Neptun. Im Inneren entspricht der Neptun dem Urzustand und dem Urvertrauen, der fließenden Verbundenheit, wie sie im vorgeburtlichen und kindlichen Zustand erfahren werden können. Der Saturn entspricht dagegen der Bewusstheit unserer Sterblichkeit und damit auch der Angst. Mythologisch entspricht der Saturn dem „Fall des Menschen“ aus einem vormals paradiesischen oder himmlischen Zustand; also dem mythischen, kollektiven Menschheitstrauma schlechthin.

Bei Neptun/Saturn-Verbindungen treffen manchmal der Zustand des Urvertrauens und eine traumatische Erfahrung so unvermittelt aufeinander, dass eine Art „Urtrauma“ entsteht. Als Folge dessen „gefriert die Libido“. Aus Vertrauen und Lebenslust werden Entsetzen und Angst. Das Wesen krampft sich plötzlich zusammen, es kommt zu einer schockartigen Kontraktion. Dies entspricht der Entstehung des Obsidians, der ja dann entsteht, wenn bei einem Vulkanausbruch Magma oder Lava plötzlich mit Wasser zusammen trifft und sich schlagartig verhärtet. Saturn/Neptun kann ein tiefes Misstrauen auslösen und dazu führen, dass man „alles schwarz sieht“. Es gibt Obsidian, der so schwarz ist, dass man durch eine daraus hergestellte Brille tatsächlich alles schwarz, oder womöglich gar nichts mehr sehen würde. So entstand die Idee, aus dem schwarzen Obsidian eine Essenz herzustellen, die auch sehr tief sitzende Ängste auflösen und befrieden kann.

Orcus-Entdeckung

Die Entdeckung des Orcus am 16.2.2004
auf Mount Palomar in Kalifornien, USA

In der Münchener Rhythmenlehre gilt Saturn/Neptun auch als „Tor zur Unterwelt. Am 16.2.2004 wurde der Himmelskörper „Orcus“ entdeckt, der innerhalb von 247 Jahren und 8 Monaten die Sonne umkreist. Für eine endgültige Definition der astrologischen Bedeutung des Orcus ist es wohl immer noch zu früh. Hier will nur eine Skizze seiner Bedeutung gegeben werden. Das Entdeckungshoroskop des Orcus enthält jedenfalls u. a. zwei Mal Saturn/Neptun und ist insofern für unsere Thematik relevant.

Das Potential des Orcus

Im Potential handelt es sich mit AC Waage und Venus in 6 um die Fähigkeit zur bildhaften Wahrnehmung, die bei Fische in 6 atmosphärische, feinstoffliche und subtile Inhalte – z. B. auch aus dem kollektiven Unterbewussten aufnimmt. Hinzu kommt, dass die Venus in 6 bei Stier in 8 mental auch von der „Gemeinschaft“ (Stier) der „Ahnengeister“ (Haus 8) beliefert wird. Das heißt in der individuellen Wahrnehmung tauchen hier auch ererbte Inhalte auf. Dass unserer Wahrnehmung auch durch die Muster mitbedingt wird, die wir von unseren Ahnen ererbt haben, wird z. B. bei Familienaufstellungen deutlich. Es geht also nicht nur um individuelle, sondern auch um kollektive Wahrnehmungsinhalte und -muster.

Dieser „Ozean der Wahrnehmung“ (Fische in Haus 6) strömt via Neptun in 4 in das Seelische ein. Das ist zunächst einmal eine besondere Sensibilität oder eine mediale Begabung. Das Seelische tendiert bei Steinbock in 4 und Saturn in 9 dazu, seine Empfindungen und Gefühle zu einer Anschauung (Haus 9) zu objektivieren oder auch zu verallgemeinern (Saturn). Das Erkenntnisvermögen greift bei Zwilling in 9 und Merkur in 4 in Konjunktion mit Neptun intellektuell analysierend auf die subtilen seelischen Erfahrungen zu. Wir könnten hier an einen seelisch-geistigen Erkenntnisprozess denken, bei dem intuitive, seelische Erfahrungen geistig reflektiert und analysiert werden. Soweit so gut.

Schwierig dabei ist, dass Merkur und Saturn in Rezeption stehen, was mit einer resignativen Denkhaltung einhergehen kann. Saturn/Neptun ist als Biquintil gegeben, die Thematik des Urtraumas kann also mitschwingen. Und durch Merkur/Neptun wird das Denken weit über den eigenen Erfahrungsbereich hinaus erweitert. Außerdem fließen auch bei Jungfrau in 12 und Merkur in 4 unterbewusste Inhalte ins Seelische mit ein, das heißt, es gibt noch einen Hinweis darauf, dass sich individuelle und kollektive Inhalte miteinander vermengen. Kurz – es ist schon möglich, dass man irgendwann „alles schwarz sieht“ und auch so empfindet.

Es ist ungefähr so, als würden wir in einem Haus wohnen, in dem uns die ganze Einrichtung an eine schmerzhafte Trennung erinnert. Wir leben in diesem, unserem „Seelenhaus“** und jedes Objekt im Haus ist mit Erinnerungen und Gefühlen an diesen einen Menschen aufgeladen, von dem wir nun getrennt sind. Sollten wir ausziehen? Vielleicht. Aber wir würden ja alle Erinnerungen mit uns nehmen. Die Lösung liegt auf einer anderen Ebene. An dieser Stelle sollte jedenfalls eines klar werden. Das „Seelenhaus“, das wir aus unseren Gefühlen und Anschauungen bezüglich „der Welt da draußen“ aufgebaut haben und in dem wir leben, umgibt uns. Also können wir es als etwas uns Umfassendes, ja fast als etwas Grenzenloses erleben. Dennoch ist von Außen betrachtet vollkommen klar, dass dieses unser „Seelenhaus“ etwas sehr Begrenztes ist. Und wir können uns darüber hinaus ausdehnen.

**Astrologisch symbolisiert Haus 4 sowohl das „Zuhause“ als auch das „Seelische“ – deshalb der Begriff „Seelenhaus“.

Im Ganzen ist der Orcus seinem Potential nach also eine Verfassung der Wahrnehmung, des Seelischen und der Anschauung, in der sich individuelle und kollektive Inhalte überlagern und in der man die dunklen Facetten der seelischen Wirklichkeit erfährt. Traditionelle Mystiker sprachen von der „dunklen Nacht der Seele“, C. G. Jung sprach von der „Nachtmeerfahrt“ und der moderne Mystiker Eckhart Tolle sprach vom „kollektiven Schmerzkörper“.

Verhalten und Ausdruck des Orcus

Dementsprechend versucht das Verhalten mit Wassermann in 5 die bisherigen Grenzen des Erlebens zu überschreiten. Man will aus der inneren Dunkelheit heraus. Und die Sonne im Wassermann in Haus 5 betont diese Tendenz noch einmal. Uranus als Herrscher von 5 in 5 bedeutet, dass das Lebendige hier dazu tendiert, sich aus sich selbst und durch sich selbst zu neuen Stufen seiner selbst zu wandeln. Der Orcus neigt dazu, sich selbst zu transformieren. Sonne und Uranus stehen auf besonderen Tierkreispunkten, nämlich auf ca. 28° Wassermann und auf 2,5° Fische. Nach der Münchener Rhythmenlehre (MRL) entspricht der erste Punkt Jupiter/Uranus, einer sehr glücklichen Inspirationskonstellation und der zweite Punkt entspricht Saturn/Neptun. Helles und Dunkles stehen hier im Erleben also ganz nahe beieinander. Leider muss angefügt werden, dass Uranus als Herrscher von 5 in 5 auch als Aufhebung des Lebens realisiert werden kann. Einige Beobachtungen sprechen dafür, dass der Orcus auch suizidale Tendenzen mit sich bringen kann. Aber dass sich irgendetwas zum Guten wendet, wenn wir sehenden Auges das Tor zur Unterwelt durchschreiten, ist sehr unwahrscheinlich. Die Lösung liegt jedenfalls ganz woanders.

Die Erlösung des Orcus

Die evolutionäre Bewegung eines Horoskops kann immer an den Mondknoten abgelesen werden. Dabei zeigt der alte Mondknoten den Bereich, den man hinter sich lassen sollte und der neue Mondknoten zeigt den Bereich, dem man sich zuwenden sollte. Bei dem alten Mondknoten in Haus 1, Waage in 1 und Venus in 6 sollte man damit aufhören, in seinen subtilen Wahrnehmungen zu versinken. Man sollte seine introvertierte Haltung aufgeben. Stattdessen sollte man lieber mit dem neuen Mondknoten in 7, Widder und Mars in 7 einen geistigen Neuanfang wagen. Der Mars symbolisiert immer auch den Pionier und den ersten Schritt in ein neues Terrain. In der MRL gilt Haus 7 auch als „das Fenster zur Welt“. Es kann also darum gehen, der Außenwelt noch einmal ganz neu zu begegnen, oder darum, ganz neue Inhalte zu denken, oder vielleicht am Besten Beides. Denn Haus 7 symbolisiert nicht nur den Erfahrungsbereich der Begegnung, sondern es ist auch das erste Haus des geistigen Bereichs.

Astrologen glauben, dass die Entdeckung eines neuen Himmelskörpers inhaltlich eng mit der historischen Epoche zusammenhängt, in der diese Entdeckung stattfindet. Unter Therapeuten, Heilern usw. wird jedenfalls zunehmend deutlich, dass individuelles und kollektives Leid sehr eng miteinander zusammen hängen. Und vielleicht kommen wir nicht umhin, dies in dieser Phase der Menschheitsentwicklung ganz besonders klar und bewusst wahrzunehmen. Die Menschheit, die in unserer Zeit zum ersten Mal ein gemeinsames planetarisches Bewusstsein entwickelt, hat in der Vergangenheit kollektives Leid erzeugt und erfahren, das immer noch virulent ist und geheilt und bereinigt werden sollte, damit wir zu glücklicheren Menschen werden können. Es kann notwendig sein, eine Zeit lang in der Unterwelt zu wandern und unsere eigenen Anteile am kollektiven Schmerzkörper zu klären. Aber hier ist genug wirklich mehr als genug und irgendwann sollten wir die Tore zu Oberwelt wieder aufstoßen und uns unseren lichtvolleren Möglichkeiten zuwenden. Um dies zu erleichtern, wurde die Obsidian-Essenz erschaffen.

Die Obsidian-Essenz

Um der Essenz eine organische Basis zu geben, wurde Ackerschachtelhalm in Grappa und Kristallsalz angesetzt und dann 12 x destilliert. Saturn/Neptun bringt auf der körperlichen Ebene oft Vereiterungen der Stirn- und Nebenhöhlen mit sich, die durch die Inhalation von Schachtelhalmdämpfen aufgelöst werden können. Der Schachtelhalm mit seiner kristallinen Signatur entspricht dem Saturn und Dampf – als warmer Nebel – entspricht dem Neptun. Manchmal werden auch Salzlösungen zur Befreiung der Stirn- und Nebenhöhlen verwendet, deshalb das Kristallsalz. Der Obsidian wurde zerstoßen, pulverisiert, gebrannt und dann in einem monatelangen Prozess aufgelöst und alchemistisch umgewandelt. Zu guter Letzt kamen noch alchemistisch aufbereitetes Gold und eine alchemistisch transformierte Kobra dazu. Das Kobra-Gold ist eine Essenz mit maximaler transformatorischer Wirkung. Sie sorgt dafür, dass Wandlungsprozesse eleganter, rascher und leichter geschehen.

Wie immer Alles Gute
Vincento

Mehr über die Obsidian-Essenz und andere alchemistische Essenzen findet sich hier:

http://www.aurum-potabile.de/

 26. Mai 2017  Veröffentlicht von um 19:38  Allgemein, Astrologie, Rundbriefe, Notizen und Essays Tagged with: , , , ,  Kommentieren

  5 Antworten zu “Saturn/Neptun, die Obsidian-Essenz und die Erlösung des Orcus”

  1. Sehr interessant Vincento –
    zu Orcus gibt es wenig zu lesen, da es ja noch nicht lange her ist da er entdeckt wurde.
    Ich selbst habe So/Or/Ur Konj. im Zwilling (Haus 12) und den Merkur am Krebs-AC.
    Ich müsste demnach Zugang zu diesen von Dir beschriebenen Qualitäten haben….aber ich weiß nichts davon, komisch?
    LG Li.

    • Hallo Linda,

      Konstellationen in Haus 12 scheinen generell etwas mit dem vorgeburtlichen Geschehen zu tun zu haben. SO/UR gilt in der MRL als direkter Hinweis auf eine vorgeburtliche Gefährdung, z. B. durch Schreck/Schock/Sturz der Mutter während der Schwangerschaft. Im Weiteren werden Konstellationen in Haus 12 und 1 schon in den ersten 7 Lebensjahren aktiviert, das bedeutet, diese Erfahrungen liegen so früh, dass sie u. U. Teil des vorbewussten Welt- und Selbstverständnisses und dann gar nicht mehr bewusst reflektiert werden.

      Dann fühlt man: „Das ist einfach so, denn es war schon immer so, ich habe es von Anfang an so erlebt. Das ist die Realität, nicht etwa eine besondere astrologische Konstellation.“

      Uranus/Orcus fand ich im Zusammenhang mit politischen Umbrüchen. Und ich habe die grundsätzliche Bedeutung des Orcus anhand von seinem Entdeckungshoroskop dargestellt. Die Bedeutung von Orcus in 12 ist aus dem 12. Septar/Solar auf dieses Entdeckungshoroskop zu ersehen. Danach scheint Orcus in Haus 12 mit kollektiven Traumata zusammen zu hängen, – also z. B. mit Kriegsgeschehen, allgemeinen Wirtschaftskrisen und ähnlichem.

      Kurz – Deine Orcus-Erfahrungen könnten zum großen Teil vorgeburtliche und deshalb vorbewusste und auch kollektive Erfahrungen sein.

      Herzlichen Gruß – Vincento

  2. Gibt es auch eine Essenz, die speziell für Neptun Quadrat Venus/Quadrat Mondknoten/Quadrat Chiron steht und auch noch wichtig Mond Konjunktion Pluto und Merkur Quadrat Saturn.?

    • Hallo Jutta,

      danke für Deine Anfrage.

      An diese Kombinationen von mehreren astrologischen Konstellationen kann man sich wohl am Besten durch die Kombination mehrerer Essenzen annähren. Derzeit stehen ca. 40 verschiedene Essenzen zur Verfügung. Eine gute Beratung zu den Essenzen bekommst Du bei Ulrich Arndt von allesgesunde.de unter der Telefonnummer 07641-935698. Schildere ihm einfach, wie diese Konstellationen real erlebt werden. Er kennt sich sehr gut aus. Er beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema, hat zwei Bücher über die alchemistischen Essenzen geschrieben und bei ihm landen auch die meisten Feedbacks und Erfahrungsberichte von den Anwendern der Essenzen – also z. B. auch von Heilpraktikern. Wir arbeiten seit Jahren zusammen und mein Schwerpunkt ist eher die Astrologie, wobei ich mich auch mit der praktischen Alchemie beschäftige.

      Alles Gute – Vincento

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