Nov 032019
 

Liebe Freundinnen und Freunde,

am 7.11.2019 erreicht die Sonne um 18:24:06 die Mitte des Skorpions, das ist die Herbstmitte. Auch dies ist wie die Sommermitte und der Herbstanfang ein besonders markanter Punkt im Jahreslauf der Sonne. Mit der Sonne auf 15° Skorpion werden neue geistige Muster ausgeworfen und die schwingen dann in den folgenden zwölf Monaten nach. Der Skorpion gehört zu den mentalen Zeichen – hier eine kleine Übersicht:

In der Waage öffnet sich der Geist gegenüber der Wirklichkeit und entfaltet Ideale.
Im Skorpion verdichtet sich der Geist zu Glaubenssystemen und Überzeugungen.
Im Schützen erweitert sich der Geist und beginnt, größere Zusammenhänge zu begreifen.

Wir haben es beim Skorpion als dem mittleren mentalen Zeichen also mit der Verdichtung unseres Geistes zu bestimmten geistigen Formen und Strukturen zu tun.

Wenns blöd läuft entwickeln wir in der Phase ein „Brett vor dem Kopf“ und verwechseln es mit der Wirklichkeit. Oder wir finden es überhaupt nicht okay, dass die Welt nicht so ist, wie sie nach unserer Überzeugung eigentlich sein sollte und quengeln ständig herum: „Liebes Universum, gib doch zu, dass ich klüger bin als Du, blabla etc ad infinitum.“

Natürlich kommen wir im Skorpion geistig mit der Wirklichkeit in Berührung. Aber aus den paar Überzeugungen, die wir gewonnen haben ein Überlegenheitsgefühl zu konstruieren und unsere Überzeugungen der Wirklichkeit und anderen Menschen überstülpen zu wollen, ist keine besonders gute Idee.

Wenn es gut geht, lernen wir im Skorpion die Grenzen unserer eigenen Bedürfnisse zu überschreiten und geistig bewusst schöpferisch zu werden. Wir blicken nicht nur über den Tellerrand hinaus. Sondern wir finden den Absprung in ein Leben, das sich nicht nur um unser Ego, unsere subjektiven Wünsche und unsere ach so heiligen und bedeutungsvollen Ideen dreht. Wir beginnen tatsächlich, geistig schöpferisch dem Ganzen zu dienen.

Die wesentliche Kraft des Skorpions ist die Imagination, die Fähigkeit, geistige Konzepte und Modelle zu entwickeln. Ohne diese Fähigkeit hätte sich noch nicht einmal die Höhlenmalerei entwickelt. Man kann die Entwicklung der Menschheit als die Geschichte ihrer Imaginationen verstehen. Und es gab und gibt Imaginationen, Konzepte und Modelle, die schöpferisch, frei und offen genug sind, um dem Wohl des GANZEN zu dienen – z.B. die Menschenrechte.

Und mit dem Übergang der Sonne über 15° Skorpion ergibt sich jedes Jahr eine Chance, neue schöpferische Imaginationen, Konzepte und Modelle zu entwickeln und in die Wirklichkeit zu tragen. Wenn Ihr also gute neue Konzepte entwickeln wollt, dann ist der 7.11.2019 ein sehr guter Tag dafür. Und das gilt natürlich auch für alle mentalen Aktivitäten, wie positives Denken, Affirmationen, Visualisationen, Manifestieren usw. Schaut, dass Ihr dabei seelisch im Hier und Jetzt ankommt, mehr dazu findet Ihr weiter unten. Die Herbstmitte ist wie die Sommermitte ein Moment mit großen schöpferischen Möglichkeiten. Einige praktische Tipps dazu findet Ihr auch in dem Text zur Sommermitte Wir bekommen gute Konstellationen Soweit mal dieser Einstieg – jetzt zum Horoskop auf die Herbstmitte 2019:

HERBSTMITTE 2019

Der primäre Energieimpuls ist hier darauf angelegt, sich geistig zu öffnen, sich mit größeren Zusammenhängen in Übereinstimmung zu bringen und darin wirksam zu werden, so dass einem die enorme Vielfalt der Wirklichkeit deutlich wird. 1* Das könnte sich z. B. darin äußern, dass sich jemand mit internationalen Fragen oder verschiedenen Weltanschauungen beschäftigt und sich dadurch bewusst wird, aus wie vielen verschiedenen Perspektiven man die Wirklichkeit unserer Welt betrachten kann.

Davon ausgehend kann sich im Weiteren der Eindruck ergeben, dass es trotz der enormen Vielfalt unserer Möglichkeiten auf der Erde, in den herrschenden Strukturen so etwas wie ein „chronischer Reformstau“ besteht. Der Schlachtruf des Neoliberalismus, den Manche auch als „Raubtierkapitalismus“ bezeichnen, lautet seit Jahren: „Lass uns den Planeten ausbeuten, solange es ihn noch gibt!“ Die herrschenden Strukturen sind in ihrer Zielsetzung also nicht gerade einfallsreich, aber in der Entwicklung immer neuer Methoden der Unterdrückung und Ausbeutung fällt diesen Evolutionsbremsen trotzdem ständig etwas Neues ein. 2*

Und jetzt haben wir schon seit dem Bankenskandal von 2008 einen langwierigen Prozess, der den „Autismus der Mächtigen“ (Zitat Peter Sloterdijk) und deren fundamentale Blödheit – also deren konstante Weigerung, etwas dazu zu lernen, immer deutlicher macht – sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche, Griechenlandkrise, Geheimdienstskandale, Monsanto, Cum-Ex-Geschäfte usw. – man kann und mag sich schon gar nicht mehr an Alles erinnern. Dennoch ist es natürlich sehr, sehr gut, dass all dies aufgedeckt wird. 3*

Die Sache hat nur einen Haken: Die lange Reihe fundamentaler Enttäuschungen über den jämmerlichen Zustand der herrschenden Strukturen und die Beobachtung, dass diese Strukturen sich weigern, dazu zu lernen, hat bei vielen von uns ein Gefühl der Ohnmacht und eine Depression erzeugt. 4*

Und so denken viele, man könne ja eh nichts machen und glauben z. B. gegen 5G könne man nichts tun, ohne zu reflektieren, dass sie damit 5G „in die Wirklichkeit glauben“ und unterstützen, obwohl sie eigentlich gegen 5G sind. Jetzt ist es sogar Mode geworden, dass uns die Politik den Wahnsinn des Neoliberalismus als „alternativlos“ verkauft und wir sind geneigt, diese Propaganda zu kaufen.

Dieser geistige Zustand ist eine für das Zeichen des Skorpions typische Herausforderung:

Unsere Überzeugung, dass die Welt in einem ganz furchtbaren Zustand ist und dass wir das nicht ändern können, spiegelt sich in fast allen unseren konkreten Erfahrungen wider. Wir haben das Brett vor unserem Kopf mit der Wirklichkeit verwechselt. Im Einzelnen mögen wir durchaus Recht haben, das ist gar nicht das Problem. Das Problem ist, dass wir Alles was über dieses Einzelne hinausreicht, z. B. dass wir sehr wohl etwas tun können, übersehen. Sobald wir das erkennen, gewinnen wir unsere geistige Offenheit zurück.

Und es ist uns immerhin zuzugestehen, dass wir überhaupt den Mut hatten, in den Abgrund zu schauen. Dieser Mut ist Teil unseres Menschseins. Wenn wir reife Menschen werden, gehört es halt dazu, zu erkennen, wie furchtbar wir uns irren können und diesem Entsetzen stand zu halten. Wir sollten darin aber nicht verharren, wir sollten nicht immer nur in den Abgrund schauen, sonst schaut der Abgrund womöglich irgendwann zurück! Zu lange in den Abgrund zu schauen ist ungefähr so, wie wenn man sich von einem Krokodil zum Abendessen einladen lässt, und nicht kapiert, dass man bei diesem Abendessen nicht als Gast, sondern als Nachtisch eingeplant wurde!

Die herrschenden Strukturen funktionieren nach den primitiven Überlebensmechanismen des Reptiliengehirns und sind auch dann nicht im eigentlichen Sinne schöpferisch, wenn sie neue Methoden der Ausbeutung und Unterdrückung entwickeln. Schöpferisch im eigentlichen Sinne sind nur solche irdischen Entwicklungen, die im harmonischen Einklang mit „Gottes Schöpfung“ – also z. B. mit der Biosphäre des Planeten sind. Und das sind die herrschenden Strukturen derzeit eben noch nicht. Aber daran können wir etwas ändern.

Die oben erwähnte Konstellation, die Ohnmacht und Depression symbolisiert, kollidiert mit der Konstellation für den primären Energieimpuls, der ja darauf abzielt sich mit den größeren Zusammenhängen in Übereinstimmung zu bringen und die Vielfalt möglicher Perspektiven zu erfahren. Einerseits erkennen wir die enormen Möglichkeiten, die wir auf diesem Planeten haben, andererseits erkennen wir, dass die herrschenden Strukturen diese Möglichkeiten zerstören. Die Spannung zwischen diesen beiden Inhalten kann dazu führen, dass die nach innen gekehrte Aggression – und genau das ist eine Depression! – sich schlagartig nach außen kehrt und sich in fanatischen Denkweisen, Kommunikationen und Handlungen Raum schafft. Diese Tendenz wird schon seit Längerem immer wieder Mal erkennbar. 5*

Kürzlich fand ich auf Facebook Kommunikationen nach dem Muster: „Solange Du nicht erkennst, dass die Tierfabriken das allergrößte Problem sind, ist Dein feministisches Engagement nur eine Illusion.“ Das ist jetzt nur ein erfundenes Beispiel, aber ich denke, es ist klar, an was für eine Art von Kommunikationsklima ich hier denke.

Es gibt die verschiedensten engagierten Menschen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise für eine Verbesserung unserer Situation einsetzen und keiner muss alles oder dasselbe wie die anderen tun. Man muss noch nicht einmal verstehen, was andere tun. Es gibt eine ganze Menge Baustellen in der menschlichen Zivilisation und es kann sich ja eine Jede und ein Jeder für das engagieren, was ihr oder ihm besonders am Herzen liegt. Manche versuchen es mit politischer Aufklärung, andere verfolgen einen humanistischen, ökologischen, kulturellen oder spirituellen Ansatz. Das kann alles wertvoll und hilfreich sein.

In einem ähnlichen Sinne ist es wertvoll, wenn wir die unterschiedlichen Bestrebungen in unserem eigenen Geist miteinander harmonisieren. Streit ist nicht unbedingt die beste Lösung und kann zu erheblicher Verwirrung führen. Wir müssen uns nicht streiten, noch nicht einmal mit unseren eigenen negativen Denkgewohnheiten.

Ein Weiser sagte: „Weisheit ist, sich nicht mit Idioten zu streiten.“

Jemand widersprach: „Das sehe ich aber ganz anders!“

Der Weise antwortete: „Du hast Recht.“

Wenn wir das Tierkreiszeichen Skorpion auf der nondualen Ebene erleben, dann wird erkennbar, dass unser Geist als die Welt aufscheint, die wir erleben. Insofern kann vieles, was ich über die „herrschenden Strukturen“ sagte, im übertragenen Sinne auch als Hinweis auf die herrschenden Strukturen im menschlichen Geist verstanden werden. Für mich bietet es sich halt an, die astrologischen Konstellationen bezogen auf den Zustand der Außenwelt zu beschreiben, weil wir alle in dieser Welt leben und sich Jede und Jeder darüber informieren kann. Außerdem sind die Konstellationen der Herbstmitte und anderer markanter Momente im Jahreslauf tatsächlich keine individuellen, sondern kollektive oder sogenannte „mundane“ Konstellationen, die uns alle bewegen.

Wo sind denn nun die besten Möglichkeiten, die evolutionären Chancen im Horoskop auf die Herbstmitte 2019? Novalis sagte einmal: „Wohin gehen wir? Immer nach Hause!“ Schön – nicht wahr? – wunderschön. Mystiker betonen, dass wir unser Zuhause nie wirklich, sondern nur scheinbar verlassen haben. Und jetzt kommt eine Art Paradox. Denn die besten evolutionären Chancen liegen nach dem Horoskop auf die Herbstmitte dort, wo wir uns seelisch mit dem Grenzenlosen oder dem Urzustand identifizieren. 6* Das ist insofern ein Paradox, weil der Skorpion ja Geist als Form symbolisiert und nun liegen seine besten evolutionären Möglichkeiten ausgerechnet dort, wo er sich seelisch mit dem Formlosen identifiziert.

Manche nennen es Stille, manche Sein, manche Präsenz, manche Dao, manche nennen es den Raumaspekt der Bewusstheit – egal wie man es auch nennen mag, es geht um etwas das kein „Etwas“ ist, aber stets und überall gegenwärtig, also auch jetzt und hier. Die Bewusstheit, die jetzt und hier diese  B U C H S T A B E N  liest, ist Es! Lasst mich mit einem Satz des genialen und einzigartigen Karl Valentin enden:

„Sie bleiben hier, und zwar sofort!“

In diesem Sinne wie immer uns Allen Alles Gute
Vincento

 

1* Mars in der Waage, Venus und Jupiter im Schützen
2* Saturn im Steinbock
3* Pluto im Steinbock sorgt seit 2008 durch Aufklärung für fundamentale Ent-Täuschungen.
4* Saturn/Pluto sorgt auch für harte Desillusionierungen, die aber auch in Ohnmachtsgefühle und Depressionen münden können
5* Mars Quadrat Pluto
6* Mondknoten im Krebs, Mond in den Fischen

 3. November 2019  Veröffentlicht von um 18:57  Allgemein Tagged with: ,  Kommentieren

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