Astrologische Informationen für Einsteiger

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ASTROLOGISCHE INFORMATIONEN FÜR EINSTEIGER

Aus astrologischer Sicht leben wir in einem Universum, das voller Sinn und Bedeutung ist. Dass wir das manchmal anders erleben, ist nicht die Schuld des Universums.

In diesem Text finden Sie die Erklärung einiger der wichtigsten astrologischen Grundbegriffe. Der Text wurde für Einsteiger geschrieben, enthält aber auch Informationen, die für  Fortgeschrittene von Interesse sein können.

Häuser, Zeichen, Himmelskörper

Jede Horoskopgrafik wird üblicherweise in zwölf Sektoren unterteilt, in die so genannten Häuser. Sie symbolisieren bestimmte Erfahrungsbereiche. Bei der Deutung achten wir zuerst darauf, welches Tierkreiszeichen ein Haus „beherrscht“. Das ist das Zeichen, das gegen den Uhrzeigersinn am Anfang eines Hauses steht.

Die Zeichen symbolisieren zwölf grundsätzliche Entwicklungsphasen mit ganz bestimmten Kräften und Qualitäten. Die „Beherrschung“ eines Hauses durch ein bestimmtes Zeichen zeigt, welche Kräfte und Qualitäten in einem bestimmten Erfahrungsbereich vorherrschen.

Jedem Zeichen ist ein Himmelskörper als dessen „Zeichenherrscher“ zu geordnet. Der Mars beherrscht den Widder, die Venus den Stier, der Merkur den Zwilling usw. – Sie finden weiter unten eine vollständige Tabelle der Zeichen und Zeichenherrscher. Der Herrscher eines Zeichens zeigt an, wo sich die Kräfte und Qualitäten eines Zeichens konkret manifestieren.

Nachdem wir betrachtet haben, welches Zeichen ein Haus beherrscht, schauen wir deshalb als Nächstes, in welchem Haus der Zeichenherrscher dieses Zeichens steht. Dies zeigt uns, in welchem Erfahrungs- oder Lebensbereich die Qualitäten und Kräfte des Zeichens sich konkret manifestieren. Auf diese Weise lässt sich die Tiefenstruktur des ganzen Horoskops erfassen.

Zwölf Prinzipien auf drei Ebenen

Die Symbolik der Astrologie beruht auf zwölf Prinzipien oder Phasen. Diese  Prinzipien oder Phasen tauchen auf drei unterschiedlichen Ebenen auf. Dies sind die Zeichen, die jeweils dazu gehörenden Himmelskörper, die auch als „Zeichenherrscher“ bezeichnet werden und die Häuser.

Die zwölf Zeichen des Tierkreises symbolisieren die grundsätzlichen Qualitäten und Entwicklungsphasen auf der kosmischen Ebene.

Die dazu gehörenden Himmelskörper symbolisieren als Zeichenherrscher die aktiven Ausdruckskräfte dieser kosmischen Qualitäten und Entwicklungsphasen.

Die zwölf Häuser symbolisieren verschiedene Lebens- und Erfahrungsbereiche innerhalb eines spezifischen, individuellen Horoskops.

Ein Prinzip bleibt als solches immer erhalten, egal auf welcher Ebene es sich ausdrückt. Es wird lediglich entsprechend der Ebene auf der es auftaucht, jeweils etwas anders aufgefasst und dargestellt. Aber es bleibt sich selbst ähnlich und bildet auf den drei Ebenen Entsprechungen oder „Analogien“ seiner selbst ab. Nehmen wir als Beispiel einmal die erste Phase. Das erste Zeichen im Tierkreis ist der Widder. Sein Zeichenherrscher ist der Marsund auf der Ebene der Häuser entspricht dem das 1. Haus.

Der Widder symbolisiert als das erste Zeichen den Beginn, die Energie, den Impuls, das Potential mit der Chance zum Durchbruch in das Sichtbare usw.

Der Planet Mars symbolisiert als Zeichenherrscher des Widders analog dazu die Energie, den Handlungsimpuls, die Aggression, den Pionier usw.

Das 1. Haus symbolisiert das Potential, den Inhalt, der durchgesetzt werden soll und auch die Energie, mit deren Hilfe die Durchsetzung geschieht.

Widder, Mars und das 1. Haus haben also einander ähnliche oder „analoge“ Bedeutungen. In der Astrologie werden diese einander ähnlichen Bedeutungen eines Prinzips oder einer Phase auf unterschiedlichen Ebenen als „Analogien“ oder „Entsprechungen“ bezeichnet. Daraus ergeben sich Übersichten und Listen, die so genannten „Analogie-„ oder „Entsprechungstabellen“. In diesen Listen werden z. B. die Beziehungen der Zeichen und Himmelskörper zu bestimmten Göttern, Metallen, Pflanzen, Tieren, Heilmitteln, psychologischen Qualitäten, Charaktereigenschaften, Berufen usw. dargestellt. Weiter unten finden Sie die grundsätzlichste und für unsere Zwecke wichtigste dieser Tabellen:

I QUADRANT

1.  Phase = Widder/Mars/1. Haus

2.  Phase = Stier/Venus/2. Haus                   

3.  Phase = Zwilling/Merkur/3. Haus

II QUADRANT

4.  Phase = Krebs/Mond/4. Haus                 

5.  Phase = Löwe/Sonne/5. Haus                  

6.  Phase = Jungfrau/Merkur/6. Haus

III QUADRANT

7. Phase =Waage/Venus/7. Haus

8. Phase = Skorpion/Pluto/8. Haus

9. Phase = Schütze/Jupiter/9. Haus

IV QUADRANT

10. Phase = Steinbock/Saturn/10. Haus

11. Phase = Wassermann/Uranus/11. Haus

12. Phase = Fische/Neptun/12. Haus

Die Quadranten ordnen die zwölf Phasen vier grundsätzlichen Bereichen der Wirklichkeit zu. Der erste Quadrant symbolisiert den physikalischen, der zweite Quadrant den seelischen, lebendigen, der dritte Quadrant den geistig, mentalen, kulturellen und der vierte Quadrant den unpersönlichen, übergeordneten oder transzendenten Bereich der Wirklichkeit.

Aber für die Deutung Ihrer individuellen astrologischen Konstellationen ist vor allem die Verknüpfung der Häuser, der Zeichen und ihrer Zeichenherrscher, also der Himmelskörper von Bedeutung. Als Nächstes finden Sie eine Übersicht über die Bedeutung der Häuser, der Zeichen und Himmelskörper.

Die Bedeutung der Häuser

Das 1. Haus symbolisiert Ihre Energie, Ihr Potential und dessen Durchsetzung, sowie Ihre primären, von Instinkten und Intuitionen gesteuerten Impulse. Das Schlüsselwort ist „Existenz“.

Das 2. Haus symbolisiert die Resourcen, den Besitz, – sei er nun materieller, seelischer, mentaler oder spiritueller Art und damit unser „Vermögen“ und das „Material“, mit dem wir arbeiten können. Außerdem zeigt die 2. Phase unser „soziales Netz“ – was ja oft die allerwichtigste Resource ist, zu der wir Zugang haben können und im Weiteren unsere Verwurzelung im Gemeinschaftsleben und den sich daraus ergebenden „Selbstwert“ und unseren Status. Das Schlüsselwort der Phase lautet „Substanz“.   

Das 3. Haus symbolisiert geistige und körperliche Beweglichkeit, den Intellekt als primäre Neugier und Lernbereitschaft, den „Werdegang“ – wie der Astrologe Thomas Ring schreibt, sowie die Kommunikationsfähigkeit; also auch Fähigkeiten wie Zeichnen, Schreiben und Sprechen. Die Phase sorgt für den Austausch zwischen Einem selbst und Anderen und entspricht in dem Sinne auch der Haut und im Weiteren der Art, wie wir uns nach Außen geben, unserer „Persona“, der Maske, die wir tragen, um in der äußeren Wirklichkeit auf zu tauchen. Das Schlüsselwort der Phase lautet „Kommunikation“.    

Das 4. Haus symbolisiert Ihre seelische Verfassung, einen lebendig bewegten Zustand mit dem Drang zum Ausdruck. Es zeigt die Fähigkeit, innere und äußere Eindrücke seelisch auf zu nehmen und symbolisiert das, was als „inneres Kind“, „emotionales Selbst“ oder „persönliches Unterbewusstsein“ bezeichnet wird. Häufig wird dieser Aspekt des menschlichen Wesens als „irrational“ oder „unlogisch“ angesehen. Aber das Seelische* trägt durchaus eine Art Logik in sich, wenn auch eine ganz eigene. Um dieser Logik auf die Spur zu kommen, kann man seine Träume und Tagträume beobachten oder auch frei assoziieren und dann dem Bedeutungsgehalt seiner Assoziationen, Tagträume und Träume nachgehen. Das Schlüsselwort lautet „Impression“. (*das Seelische meint hier also nicht die „Seele“ im religiösen Sinne als etwas Ewiges und Statisches, sondern den emotionalen Aspekt unseres Wesens, der ständig in Bewegung ist.)   

Das 5. Haus symbolisiert das Verhalten und den Lebensausdruck, die Kraft und Lebendigkeit, die Triebkraft und Unternehmungslust, das subjektive Erleben, den Lebenshunger und auch die Erlebnisfähigkeit. Die Phase zeigt die Fähigkeit, dem Leben eine eigene Gestalt zu geben und „Verantwortung zu übernehmen“. Gemeint ist die Bereitschaft, authentisch und lebendig auf die Wirklichkeit zu antworten. Das Schlüsselwort der Phase ist „Expression“.

Das 6. Haus symbolisiert die Bewusstheit, die Wahrnehmung und die dadurch wahr genommenen konkreten Bedingungen. Es ermöglicht uns, angemessen auf die realen Gegebenheiten zu reagieren. Es ist die letzte Phase im seelischen Quadranten und zeigt damit auch die Fähigkeit zum bewussten Beobachten und Überdenken der eigenen seelischen Verfassung und des eigenen Handelns im Verhältnis zu den Umweltbedingungen an. Daraus kann sich eine Präzisierung, Verfeinerung und Differenzierung unserer Verfassung, unseres Verhaltens und Denkens ergeben. Das Schlüsselwort der Phase ist „Reflexion“.

Das 7. Haus symbolisiert in der Münchner Rhythmenlehre „das Fenster zur Welt“ und die grundsätzliche Ausrichtung der Denkhaltung. Traditionell zeigt es die Begegnungs- und Beziehungsfähigkeit. Andere wichtige Zuordnungen sind Ziele, Ideale, Ideen, der Zugang zum kulturellen Umfeld und die Bedeutung als Teil der Finalität des Horoskops. Das Schlüsselwort der Phase lautet „Liebe“.

Das 8. Haus symbolisiert die Verbindung zum Geistigen und zu den Vorfahren. Hier finden sich die Erfahrungsmuster, die Sie von Ihren Vorfahren ererbt haben und auch Ihre Vorbilder, Leitbilder, Denkmuster und Glaubenssysteme. Der Schlüssel zur 8. Phase lautet „Konsequenz“. Das Lateinische consequens bedeutet „in richtiger Folge stehend, folgerichtig, nachfolgen, logisch“. Nach der Epigenetik sind unsere Gene durch unsere Lebensweise formbar, was über unser eigenes Leben hinaus Wirkungen auf die nachfolgenden Generationen haben kann. Also müssen wir konsequenterweise annehmen, dass unser Leben auch durch die Erfahrungen unserer Vorfahren mitgeformt wird. Der Wert eines Denksystems kann an seiner Konsequenz und seinen Konsequenzen gemessen werden und unsere Glaubenssysteme ziehen Konsequenzen nach sich, vor allem für die Art, wie wir die Welt und uns selbst wahrnehmen und auch für unser Handeln. Die 8. Phase hängt deshalb auch sehr stark mit Methoden wie dem positiven Denken, mit Affirmationen, Visualisationen usw. zusammen. Die Phase symbolisiert die Verdichtung des Geistigen und die Bindungsbereitschaft.     

Das 9. Haus symbolisiert die Weltanschauung, die Fähigkeit Zusammenhänge zu erkennen und her zu stellen. Ein traditionelles Symbol dafür ist das Rad des Pfaus, das in vielen verschiedenen Farben funkelt, auf jeder Feder ein „Auge“ zeigt und als Ganzes aus einem einzigen Punkt entspringt. Wir könnten also auch von „Einsicht“ sprechen, als der Fähigkeit in der Vielzahl einzelner Phänomene und Informationen den essentiellen, entscheidenden, gemeinsamen übergeordneten Aspekt zu erkennen, der dieser Vielfalt Zusammenhang verleiht. In der bildenden Kunst und in der Musik entspricht dem die Komposition. Kooperation, Koordination, Vereinheitlichung, Synthesen, Synergien, Weite, Reichtum und Vielfalt sind weitere Ausdrucksformen der 9. Phase. Der Schlüssel zu dieser Phase heißt „Integration“.         

Das 10. Haus symbolisiert die Bestimmung und die Berufung. Es hängt eng mit den spirituellen Aspekten des Berufsbildes zusammen und zeigt an, welche Qualitäten für ein Leben bestimmend sind. Mit letzterem ist eine Struktur gemeint, die es Ihnen ermöglicht, auf eine bestimmte Art im Diesseits wirksam zu werden und die Sie zugleich mit dem Grenzenlosen verbindet. Aus astrologischer Sicht kommt der Mensch aus dem Grenzenlosen und seine Individualität ist ein spezifischer, einzigartiger Ausdruck des Grenzenlosen. Und wenn er das Tor zum Diesseits durchschreitet und sich in einem physischen Leib verkörpert, dann verkörpert er sich nicht als ein Wesen, das ohne Eigenschaften und Grenzen ist, sondern als ein ganz bestimmtes Wesen und seinem Schicksal und seinem Leben im Diesseits wohnen bestimmte Grenzen und Muster inne. Und diese Grenzen und Muster sind an zu nehmen, wenn man reifen und im Diesseits wirksam werden möchte. Agrippa von Nettesheim sagte über das Wesen des Saturns, dem das 10. Haus entspricht „die ununterbrochene Fortdauer des Ganzen aber gehört dem Saturn an“. Der Schlüssel zu dieser Phase heißt „Kristallisation“.

Das 11. Haus symbolisiert den schöpferischen und genialen Aspekt des Selbst. Alchemisten und Astrologen wie Paracelsus und Agrippa von Nettesheim sprachen vom „Genius“ als einem schöpferischen, außerirdischen, göttlichen Wesen, das den Menschen in seinem Leben begleitet und beschützt und in seiner Entwicklung unterstützt. Dieser Aspekt Ihres Selbst äußert sich in spontanen Einfällen, Inspirationen, Visionen und Ideen, in bedeutsamen Träumen und im Zustand der Heiterkeit und Freiheit. Das 11. Haus symbolisiert Ihre Individualität, was aus dem lateinischen individuum kommend „das Ungeteilte, Unteilbare“ bedeutet. Manche verstehen darunter das Hohe Selbst, andere die unzerstörbare innerste Essenz eines Menschen und wieder andere sehen darin die Untrennbarkeit von Individuum und Universum. Jedenfalls geht es um Ihre Einzigartigkeit und Einmaligkeit als Mensch, als einem Wesen, das durch seine Freiheit und schöpferische Inspiration zur Evolution des Ganzen beiträgt. Der Schlüssel zu dieser Phase lautet „Emanzipation“.          

Das 12. Haus symbolisiert die Verbindung mit dem Grenzenlosen, den Zugang zu Transzendenten, den Ort wo sich die Trennung zwischen Subjekt und Objekt auflöst, die Phase in der Individuum und Universum miteinander verschmelzen. Für die meisten Menschen ist der Zugang zu diesem Bereich Vertrauen, – nicht etwa das Vertrauen zu einer ganz bestimmten Person oder zu einer bestimmten religiösen oder spirituellen Tradition, sondern einfach Vertrauen als eine offene, entspannte, rezeptive Haltung. Die Intelligenzform der 12. Phase ist die Intuition, die unmittelbare Schau der Wirklichkeit, ein Wissen das einfach weiß, oft ohne dass erklärt werden könnte, wie dieses Wissen zustande kommt. Im Mythos und in der Mystik entspricht diese Phase dem Urzustand, dem Raum, in dem alles entsteht, sich verdichtet und wieder auflöst. Es gibt keinen Schlüssel zu dieser Dimension, denn sie war und ist niemals verschlossen und wird nie verschlossen sein. Diese Dimension kann aber „unsichtbar“ für uns werden, nämlich dann, wenn wir vor lauter Wellen den Ozean nicht mehr sehen. Aber was auch immer geschieht, alles geschieht innerhalb dieser Phase. Dieses Haus  bildet den Hintergrund aller anderen Häuser und der durch sie symbolisierten Erfahrungsbereiche.

Die Bedeutung der Zeichen

Widder die Aggression, der Impuls, die Energie, der Pionier, der Übergriff, der Neubeginn, die Initiation, die Initiative, der Vorstoß, der Angriff

Stier die Substanz, die Sammlung, der Bestand, der Besitz, die Ressourcen, die Gemeinschaft, der Wert, die Verdichtung, der Status, das Bewahren

Zwilling der Intellekt, die Bewegung, der Weg, die Kommunikation, der Werdegang, die Vermittlung, der Austausch, die Darstellung, die Linie, die Schrift, die Sprache

Krebs das Seelische*, das Lebendige, die Natur, die Impression, die Emotion, das Gefühl, das Empfinden, das Gebären, das Kindliche, das Mütterliche, die seelische Anteilnahme (*das Seelische meint hier also nicht die „Seele“ im religiösen Sinne als etwas Ewiges, sondern den emotionalen Aspekt unseres Wesens, der ständig in Bewegung ist.)  

Löwe das Leben, der Ausdruck, die Kraft, die Selbständigkeit, das Gestalten, das Erleben, der Erlebnisraum, das Unternehmerische, die Expression

Jungfrau die Reflexion, die Vernunft, die Wahrnehmung, die Bewusstheit, die Überlegung, die Anpassung, das Detail, die konkreten Gegebenheiten

Waage das Ideal, das Bild, die Idee, die Begegnung, die Liebe, der Ausgleich, die Harmonie, die Ästhetik, die Schönheit, das Gleichmass, die Balance

Skorpion die Vorstellung, das Geistige, das Vorbild, die Ahnen, das Modell, das Leitbild, die Struktur, das Muster,

Schütze die Anschauung, die Weite, die Einsicht, die Erkenntnis, die Förderung, die Erweiterung, der Zusammenhang, die Kooperation, die Synthese

Steinbock das Maß, die Grenze, das Gesetz, die Kristallisation, das allgemein Gültige, die Verallgemeinerung,

Wassermann das Schöpferische, die Freiheit, das Individuum, die Innovation, die Reform, die Rebellion, die Emanzipation, der Sternenhimmel,

Fische das Transzendente, der Urzustand, die Intuition, die Sensibilität, das Subtile, das Fließende, der Ozean, der Weltraum, das Grenzenlose

Die Bedeutung der Himmelskörper

Sonne

Die Sonne symbolisiert das energetische Zentrum im Horoskop, Ihr Licht, Ihr Leben, Ihre lebendige Präsenz im Hier und Jetzt und Ihre Kraft. Von der Sonne hängt die Bewegung, Richtung, Balance, Energie und Lebendigkeit des gesamten Systems ab und im Weiteren zeigt sie auch an, welches Spektrum an Erlebnis-, Ausdrucks- und Verhaltensformen gegeben ist.    

Mond

Der Mond regiert das Tierkreiszeichen Krebs und symbolisiert das persönliche Unterbewusstsein, das „innere Kind“,  das emotionale Selbst, die Sexualität und alle seelischen Empfindungen und Gefühle. Im Weiteren symbolisiert er die Fruchtbarkeit, das Weibliche, das Kindhafte und die Natur. Schon lange vor der Entstehung des olympischen Mythos, als für viele Jahrtausende am Mittelmeer matriarchalische Kulte existierten, symbolisierte die dreifältige Mondgöttin als Abbildung des zunehmenden, vollen und abnehmenden Mondes die Rhythmen der Natur. Wo immer eine kulturelle, religiöse Beziehung zur Natur existiert, spielen der Mond und die Verehrung des weiblichen Prinzips eine große Rolle, da der Mond Ebbe und Flut, die Menstruation und andere natürliche Rhythmen reguliert. Im olympischen Mythos und Kult existierte noch eine Balance zwischen weiblichen und männlichen Gottheiten, es gab sechs Götter und sechs Göttinnen im Olymp und es wurde demokratisch entschieden. Und die dreifältige Mondgöttin stand damals noch in sehr hohem Ansehen. So musste sogar Zeus, der mächtigste aller Götter einer ihrer Erscheinungsformen, nämlich den drei Schicksalsgöttinnen gehorchen. Aber mit der Ausbreitung des Christentums kam es zu einer dramatischen Abwertung des Mondes, also der Sexualität, des Unbewussten, des Seelischen, der Natur, des Weiblichen und auch der Naturreligionen. Parallel zur ersten Mondlandung am 20. Juli 1969 kam es wieder zu einer generellen Aufwertung des Mondprinzips. Naturschutz und Ökologie bekamen Auftrieb, es kam zu einer Phase der sexuellen Befreiung, der Feminismus erstarkte und die Psychologie, die Anfang des 20. Jahrhunderts noch eine Pionierbewegung war, wurde zunehmend popularisiert. Fast könnte man sagen, dass die Psychologie, also das Interesse am Unbewussten und Seelischen in verschiedensten Formen inzwischen so etwas wie ein „Volkssport“ geworden ist. Kurz und gut, die Wertschätzung für die Natur, das Weibliche und das Seelische haben seither zugenommen. Was ein sehr notwendiges Gegengewicht zum wissenschaftlich-technischen Materialismus erschaffen hat, der, zumindest in seinen Ursprüngen, fast nur männlich und rational geprägt war. Aus astrologischer Sicht ist der Mensch ein vierfältiges Wesen; ein physisches, seelisches, geistiges und transzendentes Wesen. Durch sein körperliches Selbst nimmt er am physischen Universum teil. Durch sein seelisches Selbst kann er sich mit allem verbinden, was lebendig und beseelt ist. Durch sein geistiges Selbst kann er mit allem Geistigen Kontakt aufnehmen. Und last but not least hat er durch seine Essenz am Transzendenten teil. Aus metaastrologischer, mystischer und schamanistischer Sicht spiegelt sich das Transzendente im Seelischen, so wie sich das Schöpferische des Transzendenten in der Natur widerspiegelt, die uns auf diesem Planeten umgibt. Ihr persönliches Unterbewusstsein weiß um Ihren Anteil am Transzendenten. Es ist sogar Ihre direkteste Verbindung zu Ihrer spirituellen Essenz! Insofern wird eine gute Beziehung zu „Ihrem Mond“, also zu Ihrem seelischen Selbst nicht nur Ihre psychosomatische Gesundheit, sondern auch Ihre Verbindung zum Transzendenten stärken.       

Merkur

Der Merkur regiert die Zwillinge und die Jungfrau. Dabei symbolisiert der Zwillings-Aspekt den Intellekt, der sich vor allem auf physikalische und funktionale Abläufe bezieht und der Jungfrau-Aspekt symbolisiert die Vernunft, die  Reflexion, die auch die seelischen und lebendigen Aspekte der Wirklichkeit mit einbezieht. Diese Zeichen symbolisieren unsere Neugier und Bewusstheit, eine im Ursprung intuitive, lebendige Erkenntnisbewegung, die sich zu mentalen Strukturen verdichtet, die im ungünstigsten Fall zu Vorurteilen werden und im günstigsten Fall eine gültige Grundlage für weitere Erkenntnisse bilden. Daneben symbolisiert der Merkur technisch-handwerkliche Fähigkeiten, die Motorik, Denken, Schreiben, Sprechen, Zeichnen und ganz generell die Fähigkeit, Informationen auf zu nehmen und weiter zu geben. Kurz und gut, er symbolisiert fast alle Fähigkeiten, die wir im Umgang mit der konkreten Wirklichkeit brauchen. Schon im Mythos gilt Hermes, der Zwillingsaspekt des Merkurs deshalb als „Psychopompos“, als Seelenbegleiter, als eine Gottheit, die uns im Diesseits begleitet. Psychologisch gesehen wäre er danach eine Hilfsfunktion des Seelischen und Lebendigen, ein Diener, aber nicht das Eigentliche. Der Jungfrau-Aspekt des Merkurs taucht im Mythos als Athene, als die „Göttin der Weisheit“ auf, die wir heute wohl eher als „Göttin der Klugheit“ bezeichnen würden, weil sie eine sehr pragmatisch handelnde Göttin ist. Der Intellekt und die Vernunft sind wertvolle Funktionen, sehr gute Diener. Aber wenn sie unser Leben dominieren, verlieren wir die Verbindung zum Wesentlichen. Sich aus der Überbetonung des Intellekts zu lösen, kann schwierig sein. Denn unsere eigentliche „Weltreligion“ im doppelten Sinne ist der wissenschaftlich-technische Materialismus. Dieses weltweit dominierende Glaubenssystem ist die Ausdrucksform des Intellekts, die Religion des Merkurs bzw. des Hermes. Es ist nicht ganz einfach, sich aus einem Glaubenssystem zu lösen, das an den entscheidenden Stellen der Gesellschaft an der Macht ist und von Vielen für „die Wahrheit“ gehalten wird. Obwohl die systematische Zerstörung des Planeten durch den wissenschaftlich-technischen Materialismus uns eigentlich eines Besseren belehren sollte. Die Schöpfer des antiken Mythos müssen schon vor 3.600 Jahren gewusst haben, dass Hermes/Merkur – also der Intellekt, eine etwas problematische Gottheit ist. Denn nach ihren Erzählungen bestand die erste Tat des Hermes, die er schon als Baby beging darin, seinem Bruder, dem Sonnengott Apollon, eine ganze Rinderherde zu stehlen. Als Sonnengott symbolisiert Apollon das Leben. Die Botschaft dieser Erzählung ist also ganz eindeutig und klar, sie lautet: „Der Intellekt beraubt das Leben!“ Ähnliche Ansichten finden sich im I Ging, dem großen chinesischen Weisheits- und Orakelbuch, – dort heißt es:

„Die Klarheit des Verstandes verhält sich zum Leben, wie das Feuer zum Holz. Das Feuer haftet am Holz, aber es verzehrt auch das Holz. Die Verstandesklarheit wurzelt im Leben, aber sie kann das Leben auch verzehren.“

Im Mythos wird Hermes bzw. Merkur, also der Intellekt, durch seinen Vater Zeus, der dem Planeten Jupiter zugeordnet wird und das Prinzip der Einsicht verkörpert, diszipliniert und auf sinnvolle Weise zu den anderen Göttern in Beziehung gesetzt. Vielleicht gelingt uns etwas Ähnliches, nämlich den Intellekt zu disziplinieren und ihn auf eine sinnvolle Weise zu den anderen Aspekten unserer Wirklichkeit in Beziehung zu setzen. Dann kann er uns ein guter Diener werden. Zum Beispiel macht er es uns, also Ihnen und dem Autor möglich, miteinander zu kommunizieren – auch Computer und Internet sind Schöpfungen von Hermes bzw. Merkur – laut Mythos soll er sogar zusammen mit den Schicksalsgöttinnen das Alphabet erfunden haben soll. Kurz und gut, – ohne ihn würde noch nicht einmal dieser Text existieren.         

Venus

Die Venus regiert zwei Tierkreiszeichen, nämlich die Waage und den Stier, Vielleicht fangen wir mit dem Waage-Aspekt der Venus an. Eine brasilianische Redensart lautet: „Jede Liebe ist ewig – so lange sie dauert!“ Diese paradoxe Aussage ist „mytho-logisch“ im besten Sinne. Denn die Venus, die Göttin der Liebe und Schönheit, die im griechischen Mythos „Aphrodite“ heißt, entsteht in einem ganz besonderen Moment. Noch vor jedem Anfang existiert das CHAOS, was im Altgriechischen „gähnend leerer, unermesslicher Weltraum“ bedeutet. Daraus erheben sich die empfangende Erde (Gäa) und der schöpferische Sternenhimmel (Uranos/Uranus) und aus deren Liebesspiel gehen dann alle Wesen und Aspekte der Wirklichkeit hervor, darunter auch die Zeit (Kronos/Saturn). Irgendwann kommt es zu einem Konflikt zwischen Erde und Sternenhimmel und die Erde stiftet den Titanen Kronos dazu an, seinen Vater, den Sternenhimmel zu ermorden. Kronos kastriert den Uranos mit einer Sichel aus Feuerstein und wirft dessen Penis in den Ozean. Aus dem Samen und dem Blut des Uranos und dem Wasser des Ozeans bildet sich Schaum und daraus geht die „Schaumgeborene“, nämlich Aphrodite hervor. Nach der Ermordung seines Vaters Uranos übernimmt Kronos, also die Zeit, die Weltherrschaft. Aber das Schöpferische lebt in der Gestalt der Aphrodite weiter. Denn Aphrodite, oder die Venus ist mythologisch gesehen eine Emmanation, eine Ausstrahlung des Schöpferischen. Und da nun das Schöpferische schon vor der Entstehung der Zeit existiert und diese erst hervor bringt, ist Venus/Aphrodite ein Prinzip, das die Zeit transzendiert. Wenn wir von Liebe und/oder Schönheit bewegt werden, werden wir aus dem linearen Ablauf der Zeit heraus gehoben, zumindest für eine gewisse Zeit. „Jede Liebe ist ewig, – so lange sie dauert!“ Die Ausdrucksformen der Venus finden wir in der Kunst, der Liebe, im sinnlichen Genuss, in der Schönheit. Die wichtigste Ausdrucksform der Venus finden wir in unserer Beziehungsfähigkeit, egal ob wir uns im mystischen, spirituellen oder psychologischen Sinne nach Innen richten oder ob wir uns für die Erfahrung der äußeren Wirklichkeit und anderer Lebewesen öffnen. Der Waage-Aspekt der Venus schafft eine Verbindung zwischen der Zeit und dem Zeitlosen, zwischen einer Form und ihrer Bedeutung, zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem. Der Stier-Aspekt der Venus ist wesentlich konkreter und symbolisiert unsere diesseitigen Werte, den Besitz, den sozialen Zusammenhang und Status, unsere sinnliche Erfahrung, unsere konkreten Wünsche und unsere Verwurzelung im Irdischen.

Mars

Die griechischen und persischen Astrologen assoziierten den Mars um 500 vor Christus mit dem Prinzip „Wachstum“. Im olympischen Mythos, der um das Jahr 1.600 vor Christus entstand, entsprach Mars dem Kriegsgott Ares und war bei fast allen anderen Göttern unbeliebt. Um das Jahr 1500 nach Christus galt der Mars bei vielen Astrologen als „Übeltäter“. Der Mars wurde also sowohl von einigen Astrologen der Renaissance als auch von den Schöpfern des Mythos als eine eher problematische Persönlichkeit angesehen. Woran könnte das liegen? Liegt es vielleicht daran, dass Mars/Ares eine unglückliche und schwierige Kindheit hatte? So was steckt ja oft dahinter, wenn jemand eine problematische Persönlichkeit ist, nicht wahr? Vielleicht werden Sie lachen, aber der Mars hatte tatsächlich eine schwierige Kindheit. Denn zwischen seinem Vater Zeus, der ständig irgendwelche Liebesabenteuer hatte und seiner eifersüchtigen Mutter Hera gab es andauernd Konflikte, eben weil sich der Zeus immer auch für andere Frauen interessierte. Die Atmosphäre im Zuhause des kleinen Mars/Ares war wirklich ziemlich angespannt und voller Ehedramen. Einen Gott der Antike aus einem psychologischen Blickwinkel zu betrachten, mag zwar als einigermaßen bizarr erscheinen. Aber tatsächlich steht der Mars im Geburtshoroskop oft genau dort, wo zwischen den Eltern des Horoskopeigners besonders starke Spannungen existierten. Eine andere Art, den Mars bzw. den Kriegsgott Ares zu verstehen ergibt sich, wenn wir die Herkunft seines Namens untersuchen. „Ares“ gesprochen „Aris“, mit Betonung der ersten Silbe, aus Griechisch arsin bedeutet“männlich“. Aus aris und arsin entstand im Weiteren areti „Tugend“, ari „Überlegenheit“, aristokrat „der Überlegene“ und arios „der Kriegerische, der den Krieg liebt, der Kriegsbegeisterte“. Aristos bedeutet „ausgezeichnet“ im geistigen, politischen, sozialen und körperlichen Sinn, und aria-fili bedeutet schließlich „überlegene“ (ari) „Rasse“ (fili). Ein „Arier“ zu sein, bedeutet also ganz einfach nur, einer überlegenen Rasse an zu gehören. Und kriegerische Akte jedweder Art gehen ja oft mit dem Selbstverständnis einher, dass man selbst „einer von den Guten“, also tugendhaft, ausgezeichnet und überlegen ist. In Ares ist vermutlich das Überlegenheitsgefühl indoarischer Krieger zum Bild geworden, die durch ihre Einwanderung in das Mittelmeergebiet um 1.600 vor Christus die Entwicklung des olympischen Mythos mit geformt haben. Aus Sicht der metaastrologischen Planetenbilder ist der Mars seinem Potential und seiner Aktivität nach die Fähigkeit zur Überschreitung von Grenzen, was natürlich Energie voraussetzt. Mars gilt auch als der „Pionier“, der erstmals in ein neues Terrain eindringt. Diese Bewegung setzt sich solange fort, bis der Widerstand im Terrain übermächtig geworden oder die Energie erschöpft ist. Energie ist auf Dauer nicht zu verdrängen, irgendwann wird sie irgendwie frei gesetzt. Konflikte oder die Eroberung neuer Terrains sind aber nicht die einzige Möglichkeit, Energie umzusetzen. Energie ist ihrem Wesen nach weder schlecht noch gut. Sie erinnern sich, die persischen und griechischen Astrologen der Antike sahen im Mars das Prinzip „Wachstum“. Und nach den meta-astrologischen Schlüsselbildern liegt das positive Potential des Mars ebenfalls genau darin, dass man seine Energie auch für schöpferisches Wachstum und konstruktives Handeln einsetzen kann.

Jupiter

Jupiter ist der größte Planet des Sonnensystems und wurde in der Antike mit Zeus, dem mächtigsten der olympischen Götter assoziiert. Seine Mutter Rhea hatte ihn in einer Höhle auf Kreta verstecken lassen, nachdem sein Vater Kronos bereits fünf seiner Geschwister verschlungen hatte. Auf den Rat der Nymphe Metis flösste Zeus als Mundschenk verkleidet seinem Vater ein Getränk aus  Honig und Senf ein, brachte ihn dadurch zum Erbrechen und befreite so seine Geschwister. Er entmachtete mit seinen Geschwistern den Kronos und trat mit ihnen und einigen seiner späteren Kinder die Herrschaft über den Himmel, die Erde und die Unterwelt an. Die olympischen Götter galten als unsterblich, weil sie die Macht der Zeit (Kronos) überwunden hatten. Der olympische Kult und sein Mythos sind auch 3.600 Jahre nach ihrer Entstehung noch lebendig, nämlich in der Astrologie und solange es die Astrologie gibt, wird dieser Mythos erhalten bleiben. Jupiter/Zeus symbolisiert „die Kunst, den Kronos zum Kotzen zu bringen“. Er befreit uns aus dem Gefängnis der Angst und lässt Freude, Glück, Humor und ein reiches Lebensgefühl entstehen. Nach den metaastrologischen Schlüsselbildern symbolisiert der Jupiter eine Kombination aus Mitgefühl und Intelligenz, die es uns ermöglicht, die Wirklichkeit auf einer tieferen Ebene zu verstehen. Er symbolisiert die Einsichten, die uns dann zugänglich werden, wenn wir uns offen halten für den Zustrom unserer seelischen und intuitiven Wahrnehmungen und diese bewusst reflektieren.

Saturn

Der Saturn war schon in der Antike als Planet bekannt und wurde im Mythos mit dem Titanen Kronos assoziiert. „Titan“ bedeutet „Fürst“, die Titanen herrschten über Teilbereiche der Wirklichkeit. Kronos war ein Sohn des schöpferischen Uranos (Himmel) und der empfangenden Gäa (Erde). Nach einem Streit seiner Eltern stiftete seine Mutter ihn dazu an, seinen Vater durch Kastration zu ermorden. Danach herrschte Kronos (die Zeit) über die gesamte Wirklichkeit. Da ihm seine Eltern vorhergesagt hatten, dass er eines Tages auch durch eines seiner Kinder entmachtet werden würde, fraß er alle Kinder, die ihm seine Schwester und Ehefrau, die Erdgöttin Rhea gebar, bis er schließlich durch Zeus (Jupiter) entmachtet wurde. Es gibt zwei altgriechische Begriffe, die mit Kronos in Beziehung stehen, kronos und chronos. Kronos meint den Titanen Kronos. Als kronion osis, „wie Kronos riechend“, bezeichnet man Menschen mit altmodischen Ideen. Chronos bedeutet „Zeit“ in allen Varianten: „Zeitalter, Lebensspanne, Zeitraum, Zeitpunkt, Jahrhundert, Jahr“ etc. und ist verwandt mit ghr-on-os was „Thron“ bedeutet. Und Chronos bedeutet auch „der alles beinhaltet und alles zerstört“. Hier liegt die inhaltliche Verbindung zwischen chronos, also der „Zeit“ und dem Titanen Kronos, der seine Kinder verschlingt. Die Phänomene der Erscheinungswelt entstehen, verdichten sich und vergehen. Aber der Saturn, die Zeit, dauert an: „Die ununterbrochene Fortdauer des Ganzen aber gehört dem Saturn an“ schreibt schon Agrippa von Nettesheim (14.9.1486 in Köln – 1535 in Grenoble). Die Astrologen dieser Zeit assoziierten den Saturn auch mit dem „Gefängnis“ und der „Trauer“. Heutige Astrologen sprechen von „Blockaden“ und „Depressionen“. Nach den meta-astrologischen Schlüsselbildern symbolisiert der Saturn auch die kollektiven Vorstellungen und die daraus hervorgehenden Regeln und Gesetze der Gesellschaft. Dass es sich dabei manchmal auch um kollektive Wahnvorstellungen handeln kann, wird nur selten reflektiert. Zu Anfang unserer Entwicklung erfahren wir den Saturn als das, was uns von außen bestimmt, als die Konditionierungen, die wir durch die Erziehung, die Schule, die Kirche und die Gesellschaft erfahren. Aber der Saturn symbolisiert nicht nur diese Aspekte der Außenwelt. Er symbolisiert auch unsere innere Bestimmung und wenn wir der folgen, sind wir frei. Also stellt sich die Frage, was ist unsere innere Bestimmung? Wenn wir die Zeit, also den Saturn im Sinne konventioneller Denkhaltungen betrachten, dann ist der gegenwärtige Moment fast ein Nichts. Die Gegenwart ist dann nur eine unendlich kleine Zone. Und diese unendlich kleine Zone wird durch die endlose Verkettung von Ursache und Wirkung von einer allmächtigen Vergangenheit bestimmt, und von einer als anstrebenswert oder als Angst erregend vorgestellten Zukunft bedrängt. In dieser neurotischen Verfassung des Intellekts haben wir keine Gegenwart und kein Leben und wir erfahren nur den illusionären Schatten des Saturns. Die Essenz des Saturns wird uns erst dort zugänglich, wo wir unserem Herz folgen und im Hier und Jetzt leben und genau dies ist unsere eigentliche Bestimmung.

Uranus

Uranus wurde am 13.3.1781 von Friedrich Wilhelm Herschel in Bath, England entdeckt. Bis dahin galt der Saturn als der äußerste Planet im Sonnensystem und symbolisierte in der Astrologie die Grenzen und in dem Sinne auch den „Hüter der Schwelle“. Also wurde der Uranus nach seiner Entdeckung in der Astrologie mit der Überschreitung und Aufhebung bisheriger Grenzen und Unterschiede assoziiert. Im Mythos ist Uranos der schöpferische Gott des Sternenhimmels, der zusammen mit Gäa, der Erde, alle Lebewesen hervorbringt. Als Herrscher über den Wassermann vermittelt der Uranus zwischen den Fischen und dem Steinbock. Er schöpft aus dem Grenzenlosen der Fische und trägt Inspirationen, geniale Ideen und Innovation in die zeitgebundene, irdische Realität, die durch den Steinbock symbolisiert wird. In der Gegenrichtung befreit er uns aus den gesellschaftlichen Konventionen, die auch mit dem Steinbock assoziiert werden und verbindet uns mit dem Urzustand, dem Transzendenten, das von den Fischen symbolisiert wird. Aus der Perspektive des Uranus betrachtet, sind alle Menschen mikrokosmische Abbilder des Sternenhimmels und als solche einzigartige, freie und schöpferische Wesen.  

Neptun

Neptun wurde am 24.9.1846 in Berlin durch Johann Gottfried Galle entdeckt. In der Astrologie gilt Neptun als Herrscher der Fische, dem Zeichen, das das Grenzenlose und das Transzendente symbolisiert. Im Mythos entspricht dem das Chaos, aus dem der Sternenhimmel (Uranos) und die Erde (Gäa) hervorgingen. Chaos bedeutet im Altgriechischen „gähnend leerer, unermesslicher Weltraum“ und tatsächlich findet sich bei den Berufen, die sich mit dem Weltraum befassen, bei Astronauten, Astronomen und natürlich auch bei Astrologen oft eine besondere Betonung des Neptuns und des Zeichens der Fische. Auf der inneren, mystischen Ebene symbolisiert Neptun den ozeanischen Urzustand in dem jedwede Erfahrung wie eine Welle auftaucht, sich verdichtet und wieder auflöst. Mit anderen Worten, der Neptun symbolisiert das kosmische Bewusstsein und etwas alltäglicher formuliert, den offenen Raum unserer Bewusstheit, in der alle unsere Erfahrungen entstehen und vergehen. Tatsächlich ist dieser auch im Alltag immer gegenwärtige raumartige Aspekt der Bewusstheit dasselbe wie das grenzenlose kosmische Bewusstsein, von dem die Mystiker sprechen. Psychologisch und auf die Wahrnehmung bezogen symbolisiert der Neptun die noch unbekannte Umgebung des Bekannten. Damit kann er potentiell zur Projektionsfläche unserer unbewussten Inhalte werden. Wenn wir jemanden wirklich gut kennen, kann keine Projektion stattfinden. Aber auf eine unbekannte Person können wir alles Mögliche projizieren. Wenn sich bei näherer Kenntnis unsere Projektionen dann als Täuschungen erweisen, sind wir enttäuscht. Also wurde der Neptun oft auch mit Illusionen, Enttäuschungen, Betrug usw. assoziiert. Dies setzt aber zunächst die Selbsttäuschung, also das Festhalten an unseren Projektionen und Illusionen voraus und diese entstehen aus unserer Unbewusstheit. Und um enttäuscht zu werden, müssen wir aus unseren Illusionen erwachen. Also symbolisiert der Neptun den Weg von der Illusion zur Intuition. Denn wenn wir innerlich klar, bewusst und frei von Angst und Hoffnung sind, erfahren wir den Neptun als reine Intuition. Aus der Perspektive des Neptuns betrachtet sind ausnahmslos alle Wesen individuelle Ausdrucksformen des universellen Bewusstseins.

Pluto

Pluto wurde am 18.2.1930 in Flagstaff, Arizona von Clyde Tombaugh entdeckt. Damals stand Pluto im Tierkreiszeichen Krebs, das vom Mond beherrscht wird. Und da der Mond das Seelische symbolisiert, haben viele Astrologen zunächst vor allem die Wirkungen beobachtet, die der Pluto auf das Seelische hat. So kam der Pluto zu seinem Ruf als einem Himmelskörper, der extrem leidenschaftliche und tiefe Gefühle aktivieren kann. Diesen Ruf hat der Pluto bis heute und manche sagen sogar, dass der Pluto „plutonisch“ sei! Jedenfalls symbolisiert der Pluto noch wesentlich mehr, als nur leidenschaftliche Gefühle. Aber diese Deutung ist eben sehr populär, so wie auch dramatische Seifenopern oft sehr populär sind. Also wird oft übersehen, dass der Pluto auch das abstrakte imaginative Denken und andere für unsere Entwicklung notwendige Aspekte symbolisiert. Für die Astrologen der Hamburger Schule symbolisiert der Pluto sogar die Entwicklung schlechthin.

Chiron

Der Astronom Charles Kowal entdeckte, wie er dem Autor telefonisch mitteilte, den Chiron am 1. November 1977 kurz vor 10 Uhr Morgens. Der Chiron bewegt sich astronomisch gesehen zwischen den Bahnen von Saturn und Uranus und gilt deshalb in der Astrologie als Vermittler zwischen den Qualitäten des Saturn und des Uranus. Das astrologische Symbol des Chiron ist ein Schlüssel. Im Mythos war Chiron ein Kentaur, ein Mischwesen bestehend aus dem Kopf und Oberkörper eines Menschen und dem Leib eines Pferdes. Er galt als großer Heiler und Lehrer, als umfassend gebildet, eigenwillig, respektlos, heilkundig, humorvoll, gerecht und weise. Er war der Lehrer berühmter Heroen wie Jason, Aristaios, Achilles und Aktaion und übernahm auch die Erziehung des Asklepios, des Gottes der Heilkunst. Chiron wurde versehentlich durch seinen Freund, den Heroen Herakles mit einem vergifteten Pfeil verletzt. Er konnte diese Wunde selbst nicht heilen und hätte als unsterbliches Wesen für immer an dieser Wunde gelitten. So beschloss er seine Unsterblichkeit dem Prometheus zu schenken. Der Titan Prometheus, was im Griechischen „der Vorausdenkende“ bedeutet, hatte seine Freundin Athene, die Göttin der Weisheit dazu bewegt, den Menschen Vernunft zu schenken und den Menschen auch das Feuer gebracht. Prometheus war also ein Freund und Kulturstifter der Menschheit. Aber der Göttervater Zeus wollte das Feuer den Göttern vorbehalten und hatte den Prometheus deshalb an einen Felsen im Kaukasus gekettet und verfügt, dass dieser erst dann wieder frei würde, wenn ein anderer Unsterblicher ihm sein Leben schenken würde. Und so befreite Chiron den Prometheus, indem er ihm seine Unsterblichkeit schenkte. Die Symbolik ist also vollkommen klar: Chiron befreit den in Ketten liegenden Prometheus, den Freund und Kulturstifter der Menschheit und ist als Heiler und Lehrer auch selbst ein Evolutionsagent der Menschheit. Leider wird der Chiron ungeachtet dessen oft klischeehaft nur als die „unheilbare Wunde“ im Horoskop gedeutet. Gibt es das überhaupt, eine „unheilbare Wunde“? Der Psychologe  C. G. Jung sagte einmal sinngemäß:

– Es gibt eine Krankheit, wo die Prognose wirklich extrem düster ausfällt. Denn bei dieser Krankheit tauchen ständig neue und andersartige Symptome auf. Es kommt zwar auch immer wieder zu gewissen Erholungsphasen, aber sie endet ausnahmslos tödlich. Nichtmediziner nennen diese Krankheit „das Leben“. –

Eine „unheilbare Wunde“ können wir nicht haben, denn wir sind physisch nicht unsterblich, wie es der Kentaur Chiron war. Aber es gibt aus astrologischer Sicht schon eine Grundspannung, der wir nicht ohne weiteres entkommen können. Denn im Sinne des Uranus sind wir einzigartige, individuelle, freie, schöpferische Wesen und mikrokosmische Abbilder des Sternenhimmels. Aber im Sinne des Saturns sind wir uns unserer körperlichen Sterblichkeit bewusste, vergängliche und durch soziale Normen konditionierte und deshalb zumindest teilweise begrenzte und unfreie Wesen. Diese Grundspannung ist kaum zu umgehen. Denn eine menschliche Gesellschaft ohne alle Normen und Vereinbarungen ist genauso undenkbar, wie ein menschliches Leben ohne Individualität und Freiheit. Und da der Chiron astronomisch zwischen den Umlaufbahnen des Uranus und des Saturns vermittelt, ist er das angemessene astrologische Symbol für die im Idealfall harmonisch verlaufende Vermittlung zwischen den gesellschaftlichen Normen und Gegebenheiten einerseits und den freien, individuellen, schöpferischen Möglichkeiten des Einzelnen andererseits. Und es ist ja wirklich so, dass im Idealfall eine gute Erziehung, Bildung und Ausbildung genau zwischen diesen Polen vermittelt. Insofern ist es wirklich naheliegend, den Chiron in erster Linie als Lehrer, Heiler und Evolutionsagenten zu verstehen, der er laut Mythos ja auch war. Aus astrologischer Sicht leben wir in einem Universum, das von Sinn und Bedeutung durchdrungen ist. Dass wir das nicht immer so sehen, ist nicht unbedingt die Schuld des Universums. Und dass das Leben eine „unheilbare Krankheit“ ist, nehmen wir am Besten mit Humor. Jedenfalls ist aus astrologischer Sicht an zu nehmen, dass der Chiron genau dort in unserem Horoskop steht, wo er hingehört, – also dort, wo wir eine wohlwollende schöpferische, vermittelnde Intelligenzform brauchen, die uns dabei hilft, eine harmonische Beziehung zwischen unseren freien, individuellen, schöpferischen Potentialen und den Normen der uns umgebenden Kultur herzustellen. Der Chiron fordert uns auf, „freiwillig zu denken“. Denn eine solche Beziehung, die wirklich zu unseren einzigartigen, individuellen Anlagen und zu unserem kulturellen Umfeld passt, wird uns meistens nicht vorgefertigt angeliefert. Der Chiron symbolisiert unsere Fähigkeit, selbst eine fruchtbare und erfolgreiche Beziehung zu unserem kulturellen Umfeld her zu stellen und in dem Sinne schöpferische Konzepte zu entwickeln.

Der neue Mondknoten

Wenn man Horoskope hinsichtlich ihrer Entwicklungsmöglichkeiten betrachtet, ist der aufsteigenden Mondknoten von ganz besonderer Bedeutung. Es gibt zwei Mondknoten. Das sind die Schnittpunkte zwischen der Mondbahn und der scheinbaren Bahn der Sonne um die Erde. Dort wo die Mondbahn die scheinbare Bahn der Sonne aufsteigend in nördlicher Richtung schneidet, liegt der neue Mondknoten. Gegenüber liegt der alte Mondknoten. Der alte Mondknoten zeigt Entwicklungsphasen, in denen wir eventuell noch fest hängen, die wir irgendwann abschließen sollten. Der neue Mondknoten zeigt unsere Chancen und höheren Entwicklungsmöglichkeiten und wird oft mit dem Begriff „Dharma“ assoziiert. Dharma bedeutet aus dem Sanskrit kommend zunächst einmal Wirklichkeit und Wahrheit. Im Weiteren werden die spirituellen Lehren über die Wirklichkeit und Wahrheit als „Dharma“ bezeichnet. So nennt man die Lehren des Buddhas z. B. „Buddhadharma“. Aber auch unsere Wahrnehmungen werden als „Dharmas“ bezeichnet. Und schließlich gibt es „Dharma-Namen“, die spirituelle Lehrer ihren Schülerinnen und Schülern geben, um ihnen einen Hinweis auf ihre Entwicklungsmöglichkeiten zu vermitteln. Und genau das, einen Hinweis auf Ihre Entwicklungsmöglichkeiten und zwar den wichtigsten Hinweis darauf, finden Sie in Ihrem aufsteigenden Mondknoten und seinen Konstellationen. Aus der Sicht der „meta-astrologischen Schlüsselbilder“ enthalten tatsächlich alle astrologischen Konstellationen einen aufsteigenden Mondknoten und damit eine höhere Entwicklungsmöglichkeit, aber in Ihrem individuellen Horoskop ist der aufsteigende Mondknoten der allerwichtigste Schlüssel zur Evolution.

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