Ein geschlitztes Kleid aus Regenbogenlicht

Liebe Leserin, lieber Leser,

da Pfingsten ja auch etwas mit Inspiration zu tun hat, schicke ich Euch einen Text, der eine inspirierende Wirkung haben könnte, mal schauen. Der Text stammt aus meinem spirituellen Roman und entsteht dadurch, dass Maria Magdalena und ihr Partner, ein erleuchteter Drache aus Drakonien einem irdischen Astrologen nahelegen, er solle doch ein kosmisches Teaching schreiben. Und die Freundin des Astrologen, eine Frau aus Arkturien, hat die Idee für den Titel des Teachings. Soweit die Einführung, viel Vergnügen bei der Lektüre

Herzliche GrüßeVincento

Ein geschlitztes Kleid aus Regenbogenlicht

Ein „kosmisches Teaching“

Liebe Leserin, lieber Leser, der Titel stammt von meiner Freundin Sharan Rubedo. Sie sagte mir, die Wirklichkeit sei wie eine schöne, aber unsichtbare Frau. Und ein guter Text sei wie ein Kleid, das diese unsichtbare Schönheit wenigstens indirekt sichtbar machen kann. Und die Schlitze in diesem Kleid wären ganz besonders wichtig, nämlich damit man die unsichtbare Frau besser sehen kann. Das hat mir irgendwie eingeleuchtet.

Maria Magdalena und der Regenbogendrache besuchten mich eines Tages und sagten mir, es gäbe gerade gute astrologische Konstellationen, um ein „kosmisches Teaching“ zu schreiben. Und ich könnte doch vielleicht, weil ich Astrologe bin und so. Ein „kosmisches Teaching“? Von mir!? Ich fühlte mich geschmeichelt und gleichzeitig extrem eingeschüchtert. Aber dann hat es mich doch gereizt, weil die astrologischen Konstellationen dafür wirklich gut geeignet waren. Ich schreibe „kosmisches Teaching“ vorsichtshalber in Anführungszeichen. Vielleicht gelingt mir ja nur eine Aneinanderreihung typisch irdischer Irrtümer. Falls der Text nicht gelungen sein sollte, liegt das jedenfalls nicht an den astrologischen Konstellationen, sondern vermutlich an meinem Mangel an Freiheit, Liebe, Klarheit und Humor.

Hier wird versucht, Unsichtbares sichtbar zu machen. Es wird über etwas geschrieben, das letztlich nicht beschreibbar ist. Deshalb mag ich Sie bitten, unbedingt auch zwischen den Zeilen zu lesen. Genauer gesagt, mag ich Sie darum bitten, nach Innen auf Ihr eigenes Erleben zu schauen, während Sie den Text lesen. Und unterstreichen Sie bitte nichts, sonst streichen Sie womöglich das Wesentliche durch! Okay? Sie werden sehen, dass mein Text eine grobe Vereinfachung ist. Und der Text beruht auf Analogien. Ich nehme an, dass der Mensch eine verkleinerte Abbildung seiner kosmischen Umgebung ist, so dass z. B. seine Vitalität der Sonne und seine Psyche dem Mond entsprechen. Das ist eine Denkweise, die in der Alchemie, der Astrologie und verwandten Systemen üblich ist. 

Wer weiß, wo dieser Text kursieren wird – in der Galaxie M49, auf Maya, Arkturien, den Plejaden, dem Sirius, auf Drakonien, der Wega oder der Erde? Und ich weiß nichts von der Mythologie und Mystik auf anderen Planeten. Ich lebe auf der Erde. Also verwende ich einen irdischen Mythos, der so einfach und universell ist, dass er vielleicht auch an anderen Orten im Weltraum verstanden werden kann. Dieser Mythos ist vor ca. 3.600 Jahren auf der Insel Kreta in Mediterranien entstanden.

Der olympische Schöpfungsmythos

Nach dem olympischen Schöpfungsmythos war am Anfang, genauer vor allen Anfängen, nur das Chaos. Chaos bedeutet im Altgriechischen „unermesslicher, gähnend leerer Weltraum“. Daraus erhoben sich Gäa, die Erde und Uranos, der Sternenhimmel. Uranos umarmte Gäa jede Nacht und Gäa wurde durch den Regen des Uranos fruchtbar und gebar alle Wesen und Wirklichkeiten, darunter auch die Zeit in der Gestalt des Titanen Kronos. Irgendwann kam es zu einem Konflikt zwischen Gäa und Uranos. Und Gäa stiftete den Kronos an, seinen Vater Uranos zu kastrieren. Uranos starb und Kronos wurde zum Alleinherrscher über die Welt.

Danach hat die Wirklichkeit drei ganz grundsätzliche Entwicklungsphasen: Erstens – eine universelle Phase noch vor Beginn der Schöpfung, völlig offen, leer, weltraumartig. Zweitens – eine interstellare, schöpferische, energetische Phase, eine kosmische Liebesbeziehung zwischen Himmel und Erde. Drittens – eine von der Zeit beherrschte planetarische Phase. Diese drei Entwicklungsphasen universell, interstellar und planetarisch finden sich ähnlich auch in anderen Mythen und Modellen auf dem Planeten Erde:

Kosmologisch           Universell                  Interstellar                Planetarisch  

Griechisch                  Chaos                         Uranos/Gäa               Kronos

Tibetisch                    Dharmakaya               Sambhogakaya         Nirmanakaya

Chinesisch                  Dao                            Yin/Yang                   Die Welt der 10.000 Dinge

Astrologisch               Neptun                      Uranus/Erde              Saturn

Alchemistisch            Der Mercurius            Das Sulfurische          Das Salische

Bewusstsein               Tiefschlaf                   Traum                         Wachzustand

Vielleicht könnte man analog auch von RAUM, ENERGIE und FORM sprechen. Bei diesen Modellen handelt es sich um menschliche Schöpfungen. Im Grunde sind diese Modelle so etwas wie Kunstwerke. Kunstwerke vermitteln zweierlei: Erstens den Inhalt des Werks, hier also drei grundsätzliche Ebenen der Wirklichkeit. Zweitens offenbaren Kunstwerke auch etwas über das Bewusstsein seines Schöpfers. Deshalb nehme ich an, dass diese Modelle auch etwas Grundsätzliches über die Natur und Entwicklung des menschlichen Bewusstseins aussagen. Es geht mir nicht um die Frage, ob diese Modelle die äußere Wirklichkeit mehr oder weniger zutreffend abbilden. Sondern ich meine, dass diese Modelle Ebenen oder Aspekte  des Bewusstseins abbilden. Danach könnte man von einer universellen, interstellaren und planetarischen Ebene des Bewusstseins sprechen.  

Die universelle, interstellare und planetarische Ebene des Bewusstseins bilden sich täglich in folgenden Zuständen des Bewusstseins ab: Die universelle Ebene erfahren wir im Tiefschlaf. Die interstellare Ebene erfahren wir im Traumzustand. Die planetarische Ebene der durch die Zeit beherrschten Existenz erfahren wir im Wachzustand.

Der olympische Mythos verwendet mit der Ermordung des Uranos durch den Kronos ein sehr dramatisches Bild. Es wird ein kosmisches Trauma dargestellt, durch das sich alles verändert. Mutter Erde, die Gäa und Vater Sternenhimmel, der Uranos haben einen Konflikt. Uranos wird ermordet und danach ist nichts mehr wie zuvor. Die kosmische Liebesbeziehung zwischen Uranos und Gäa endet. Himmel und Erde sind von nun an getrennt. Und mit dem Tod des Uranos endet auch der schöpferische interstellare Prozess, aus dem alle Wesen und Wirklichkeiten hervor gegangen sind. Nun gibt es nur noch die einmal geschaffene irdische Wirklichkeit, die von da ab nur noch von der Zeit und der Vergänglichkeit beherrscht wird.

Im Mythos wurde Uranos, der Gott des Sternenhimmels kastriert und so ermordet. Aber wenn wir nach oben schauen, ist der Sternenhimmel ja immer noch da. Und der Weltraum, also das Chaos ist ja auch immer noch da. Es geht also in diesem Mythos nicht um die äußere Wirklichkeit, nicht um das physikalische Universum. Sondern es geht um eine dramatische Zäsur in der Entwicklung des Bewusstseins. Es geht um ein kosmisches Trauma, das zu einem Vergessen führte. Sodass wir unsere interstellar schöpferischen und weltraumartig grenzenlosen Möglichkeiten vergessen haben, obwohl sie immer noch da sind.

Vielleicht sind viele spirituelle Lehren, die auf der Erde entstanden sind, Versuche dieses kosmische Trauma zu heilen. Wobei Heilen hier bedeutet, das individuelle Bewusstsein etwas aus der planetarischen Ebene heraus zu heben und wieder mit seiner interstellaren und universellen Herkunft zu verbinden. Es gilt, sich etwas zu lockern, sich von der Ebene der FORM etwas zu lösen und sich selbst auch wieder als ENERGIE und als RAUM zu erleben.

Dabei ist die planetarische Ebene der FORM nichts, das man fürchten oder vermeiden müsste. Es geht nicht darum, sich von der Ebene der FORM zu trennen. Man kann sich selbst als Besucher der jeweiligen planetarischen Wirklichkeit verstehen, diese Wirklichkeit erfahren und mitformen. Man kann seiner Freude folgen, leben um zu leben und die Wirklichkeit nach seinen Herzenswünschen mit gestalten.

Problematisch sind nur die ausschließliche Identifikation mit der Ebene der FORM, und die die Verhärtung starrer Muster. Wenn sich bestimmte körperliche, seelische und/oder geistige Muster all zu sehr verhärtet haben, kann es sinnvoll sein, die energetischen und raumartigen Aspekte des Bewusstseins wieder neu für sich zu entdecken. Dazu finden Sie hier ein paar Exkursionen zum Raum-, Energie- und Formaspekt des Bewusstseins.

RAUM

Der Raumaspekt des Bewusstseins

Die erste Exkursion besteht darin, den Raumaspekt des Bewusstseins zu erkennen. Wie können wir uns die raumartige Qualität des Bewusstseins zugänglich machen? Das ist einfach: Die B U C H S T A B E N, die Sie gerade lesen oder hören, und Alles was Sie in diesem Moment sonst noch erfahren, all das zusammen taucht an einem ganz bestimmten Ort auf, nämlich in der raumartigen Qualität des Bewusstseins! Genau Hier und Jetzt! Und an genau demselben Ort, in genau demselben RAUM sind auch alle anderen Buchstaben, Worte, Sätze und Texte aufgetaucht, die Sie jemals gelesen oder gehört haben.

Gemeint ist jenes Gewahrsein, innerhalb dessen Ihr gesamtes Erleben stattgefunden hat, jetzt gerade stattfindet und auch in Zukunft stattfinden wird. Und angesichts der unendlichen Zahl und enormen Vielfalt all Ihrer Erfahrungen muss dieses Gewahrsein raumartig sein! Denn in diesem RAUM taucht Alles auf, was Sie erleben, all Ihre Bewusstseins-Inhalte. Dieses Gewahrsein ist wie ein Behälter Ihrer gesamten Erfahrung. Und dieser Behälter besteht aus keiner definierbaren Substanz.  Denken Sie sich eine Vase aus Porzellan, die das gesamte von Ihnen erlebte Universum enthält. Und jetzt denken Sie sich das Porzellan weg! Dann haben Sie ein Bild für den RAUM des natürlichen, universellen Gewahrseins.

Wenn Sie dieses universelle, natürliche Gewahrsein untersuchen, werden Sie feststellen, dass es keine bestimmte Breite, Länge, Höhe oder Tiefe, Farbe, Temperatur, Struktur, Schwingung und auch kein bestimmtes Gewicht hat. Es hat weder Geschmack noch Geruch. Es hat keine Eigenschaften, die es begrenzen. Es ist völlig offen und klar wie der RAUM und darin tauchen alle Sinneseindrücke, Empfindungen, Gefühle, Konzepte, Gedanken, Inspirationen, Intuitionen und sämtliche Zustände des Bewusstseins auf. Dieses unerschaffene Gewahrsein enthält auch Alles was in Ihrem individuellen Bewusstsein auftaucht – Hass, Barmherzigkeit, Verwirrung, Klarheit, Heiterkeit, Schwermut, Erleuchtung, Verblendung, Angst und Liebe.

Weil das universelle, natürliche Gewahrsein ist wie der RAUM, ermöglicht es Allem was ist zu sein. Er umgibt alle Erscheinungen. Der RAUM gleicht sich Allem so nahtlos an, wie der Ozean, der nahtlos jede Klippe, jeden Felsen, Stein, Kiesel und jedes Sandkorn an den Küsten dieser Welt umströmt. Er ist völlig unparteiisch und umfassend einfühlsam. Er kann nicht erschaffen und auch nicht gereinigt oder verbessert werden. Er kann auch durch nichts verunreinigt, verschlechtert oder zerstört werden. Er ist ungeboren und stets gegenwärtig. Auch wenn Zerstreutheit, Ablenkung und Dumpfheit auftauchen, behält er seine natürliche Offenheit und Klarheit. Er ist wie farbloses, klares Licht. Stets präsent enthüllt er sich ohne jede Bemühung als der Urzustand und als die Voraussetzung all dessen, was existiert.

Auf der Ebene des universellen, natürlichen Gewahrseins gibt es nichts zu tun. Man kann  diese Ebene auch nicht „erreichen“, einfach deshalb, weil man sie niemals verlassen hat. Man hat sich aber vielleicht davon ablenken lassen.

Universelles Gewahrsein ist der RAUM, der Alles umgibt und stets gegenwärtig. Hier reicht es aus, die Dinge so zu lassen, wie sie sind, ohne ihnen irgendwelche Absichten, Konzepte oder Ziele auf zu zwingen. Man lässt den Körper, den Atem, die Gefühle und Gedanken einfach so, wie sie sind. Man braucht nichts zu tun und man versucht nicht, sich selbst in irgendeiner Weise zu verbessern.

Die B U C H S T A B E N, die Sie gerade lesen oder hören, tauchen in der offenen und klaren Dimension des universellen Gewahrseins auf! Dieses natürliche Gewahrsein enthält die Polarität von Ich und Welt, das individuelle Bewusstsein und all seine Erfahrungen. Die Erfahrung des RAUMS des natürlichen, universellen Gewahrseins ergibt sich dann, wenn sich das individuelle Bewusstsein seiner selbst als Bewusstsein bewusst wird.

Alles was wirklich ist, wirkt.

Alles was wirkt, ist wirklich.

RAUM ermöglicht ohne zu wirken,

Allem was ist, zu sein.

ENERGIE

Der Energieaspekt des Bewusstseins

Die zweite Exkursion dient dazu, sich mit dem Energieaspekt des Bewusstseins vertraut zu machen. Das bezeichne ich auch als individuelles Bewusstsein. Das individuelle Bewusstsein kann sich aktiv auf bestimmte Inhalte ausrichten und sie passiv aufnehmen. Es enthält also in sich die Polarität von aktiv und passiv und es ist eine subtile Art von ENERGIE. Denn es kann sich bewegen. Dabei hat es vereinfacht gesagt drei mögliche Bewegungsrichtungen:

Erstens: Es kann sich auf die verschiedensten Vorgänge im Innen ausrichten.

Zweitens: Es kann sich auf die verschiedensten Vorgänge im Außen ausrichten.

Drittens: Es kann sich auf sich selbst ausrichten.

Die dritte Möglichkeit enthält die Chance zu einer Art von Bewusstseinsalchemie. Denn wenn sich das individuelle Bewusstsein auf sich selbst ausrichtet, sich seiner selbst als Bewusstheit bewusst wird, dann verwandelt es sich aus sich selbst, durch sich selbst zu einer anderen Ebene seiner selbst, und erlebt sich als universelles, natürliches Gewahrsein. Es ist so ähnlich wie wenn eine Welle, eine Strömung oder ein Strudel im Ozean zur Ruhe kommt, und sich selbst wieder als Ozean erlebt.

Lassen Sie uns das universelle Gewahrsein und das individuelle Bewusstsein miteinander vergleichen: Während das universelle, natürliche Gewahrsein ist wie ein grenzenloser RAUM aus klarem Licht, ist das individuelle Bewusstsein eher wie ein Lichtstrahl in Bewegung. Die Grundqualität des universellen Gewahrseins und des individuellen Bewusstseins ist letztlich dieselbe, nämlich Bewusstheit.

Das natürliche, universelle Gewahrsein registriert als eine Art Hintergrundbewusstsein, ob das individuelle Bewusstsein fokussiert, zerstreut, dumpf oder klar ist und worauf es gerichtet ist. Denn es ist der RAUM, in dem auch sämtliche Verfassungen des individuellen Bewusstseins auftauchen, sich verdichten und auflösen. Das natürliche Gewahrsein ist SEIN, kein Denken, kein Fühlen, kein Tun. Wenn sich aber das individuelle Bewusstsein auf etwas ausrichtet, dann ist das ein Tun, wenn auch ein sehr subtiles Tun. Und Tun erfordert ENERGIE. Deshalb ordne ich das individuelle Bewusstsein der Ebene der ENERGIE zu.

Unser Erleben ergibt sich unter anderem daraus, worauf wir unsere individuelle Bewusstheit ausrichten. Ein natürliches, stets gegenwärtiges energetisches Geschehen ist der Atem. Der Atem versorgt uns mit ENERGIE und verbindet Innen und Außen. Er geschieht natürlich und unbewusst, kann aber auch bewusst und absichtlich gesteuert werden. Der Atem verbindet also mehrere Polaritäten und gehört auch in dem Sinne zur Ebene ENERGIE. Wenn wir unsere individuelle Bewusstheit auf den Atem richten, zentrieren wir sie in der Gegenwart. All dies macht den Atem zu einem besonders attraktiven Meditations-Objekt.

Um den Energieaspekt des Bewusstseins zu erfahren, ist es sinnvoll, Bewusstheit und Atem zu verbinden. Manchmal geht das leichter, wenn man eine Zeit lang still sitzt. Man kann den Atem aber auch beobachten, wenn man spazieren geht, vor dem Einschlafen oder nach dem Aufwachen im Bett liegt, oder sonst einer Tätigkeit nachgeht, die wenig Aufmerksamkeit erfordert. Tun Sie einfach, wozu Sie neigen und was Ihnen gefällt.

Erlauben Sie sich, bewusst zu atmen und dabei den Atem kommen und gehen zu lassen, wie es von allein geschieht. Wenn spontan das Bedürfnis auftaucht, langsamer, flacher, tiefer, schneller, sanfter, intensiver oder sonst irgendwie anders zu atmen, lassen Sie dies einfach zu. So kommt das Bewusstsein wieder in Resonanz mit der ENERGIE des Lebendigen. Wenn Sie das wiederholen, werden Bewusstheit und Atem immer wieder neu miteinander verbunden. Dies kann irgendwann dazu führen, dass der Atem Sie spontan daran erinnert, sich Ihrer Bewusstheit bewusst zu werden und dann sind Sie wieder auf der Ebene des RAUMS.

Spielen Sie damit herum, ein paar Mal am Tag Ihre Bewusstheit auf Ihren Atem zu richten. Das kann helfen, wacher und zentrierter zu sein. Die Erlebnisfähigkeit wird dadurch erweitert, erfrischt und erneuert. Und nutzen Sie, wenn Sie wollen die Chance, nach einigen bewussten Atemzügen, Ihre Bewusstheit auf eben diese Bewusstheit zu richten und so den RAUM des natürlichen, universellen Gewahrseins zu erfahren.    

FORM

Der Formaspekt des Bewusstseins   

Der Formaspekt des Bewusstseins zeigt sich z. B. in Sprachen. Sprachen sind Vereinbarungen von mindestens zwei individuellen Wesen, dass bestimmte FORMEN z. B. Zeichen, Laute, Bilder, Gesten, Rhythmen usw. bestimmte Bedeutungen haben. Diese FORMEN werden damit für das Bewusstsein zu Bedeutungsträgern. Bestimmte Zeichen, Laute, Bilder, Gesten und Rhythmen können dadurch bestimmte innere Prozesse im Bewusstsein auslösen. Der zeitgebundene Zustand des Bewusstseins offenbart sich u. a. in starren Gedankenformen. Wir denken z. B. „Ich bin so und die Welt ist so und das wird immer so sein.“ Aber vielleicht handelt es sich dabei nur um Projektionen.

Denn wenn wir uns der Ebene des RAUMS nicht bewusst sind, dann projizieren wir den unzerstörbaren Raumaspekt des Bewusstseins auf unsere Wahrnehmungen. Und da der RAUM eben unzerstörbar ist, erscheinen uns „Ich“ und „Welt“ dann plötzlich so, als hätten sie eine dauerhafte, feste Beschaffenheit. Wenn wir aber genauer hinsehen, können wir klar erkennen, dass unsere Ideen von „Ich“ und „Welt“ keine festen Objekte sind, sondern auf sich wiederholenden Prozessen in unserem Denken und Fühlen beruhen.

Während wir aufwachsen bilden sich in der Begegnung mit anderen Planetenbewohnern und dem jeweiligen kulturellen Umfeld bestimmte FORMEN heraus – Verhaltensformen, seelische Muster, geistige Strukturen, Konzepte usw. Alle diese Muster oder FORMEN können sinnvoll und hilfreich, oder auch störend sein. Eine Möglichkeit, bewusst konstruktive und sinnvolle Muster aufzubauen, liegt in der Verwendung von Affirmationen. Affirmation bedeutet „Bejahung, Zustimmung“.

Man kann mit Affirmationen neue geistige und seelische FORMEN aufzubauen und dadurch sein Erleben mit gestalten. Gedanken haben eine Wirkung darauf, wie wir uns selbst und die Welt erleben und meist geschieht das unbewusst und automatisch. Affirmationen verwendet man bewusst und konstruktiv. Hier in diesem Teaching sind Affirmationen zwar nicht das Wesentliche. Aber sie sind sinnvolle und schöne Ergänzungen.

Das Wesentliche ist hier, dass sich das individuelle Bewusstsein seiner selbst als Bewusstheit bewusst wird, und dadurch der RAUM des natürlichen, universellen Gewahrseins erfahrbar wird. Das ist die Essenz dieses Teachings. Dadurch kann man aus dem gewöhnlichen Erfahrungsmodus heraus treten und sich die interstellare und universelle Erfahrungsebene wieder neu zugänglich machen.

Der gewöhnliche, planetarische Erfahrungsmodus, die Ebene der FORM beruht vor allem auf all den Mustern, die wir aufgebaut haben und mit denen wir uns identifizieren. Dies geschieht auch deshalb, weil viele Planetenbewohner vergessen haben, dass sie eigentlich so etwas wie interstellare Sender/Empfänger und in dem Sinne Vermittler zwischen Sternenhimmel und Erde sind. Affirmationen können dazu dienen, die interstellare Sender/Empfänger-Anlage zu stimulieren und zu harmonisieren. Die im Weiteren folgenden Affirmationen sind darauf angelegt, sich mit den evolutionären Qualitäten und Kräften bestimmter astrologischer Faktoren in Resonanz zu bringen. Dabei geht es darum, eine innere Verbindung zu dem herzustellen, was in uns selbst der Sonne, dem Mond usw. entspricht. Nach astrologischer Anschauung sind wir eine mikrokosmische Abbildung unserer kosmischen Umgebung. Die Affirmationen helfen dabei, diesen inneren Mikrokosmos zu erfahren und auszuloten. Und aus astrologischer Sicht stehen Mikro- und Makrokosmos in Beziehung zueinander.  

Kosmische Affirmationen

Die Grundannahme ist, dass Mikro- und Makrokosmos miteinander in Beziehung stehen. Nach der astrologischen Anschauung „Wie im Großen, so im Kleinen, wie im Außen, so im Innen“ existieren kosmische Qualitäten und Kräfte außerhalb und innerhalb von uns.

In der praktischen Umsetzung verwenden wir die jeweilige Affirmation als geistige FORM, den Atem und das individuelle Bewusstsein als ENERGIE und das natürliche Gewahrsein als RAUM. Wir beziehen dabei die früheren Exkursionen mit ein. Nehmen wir einmal die Affirmation „Ich bin gut“ als Beispiel.

Erster Schritt: Wir denken oder sagen „Ich bin gut“.

Zweiter Schritt: Wir richten die Bewusstheit auf den Atem.

Dritter Schritt: Wir denken oder sagen „Ich bin gut“.

Vierter Schritt: Wir werden uns bewusst, dass wir bewusst sind.

Fünfter Schritt: Wir denken oder sagen „Ich bin gut“.

Spielen Sie ein wenig mit der Methode, bis sie sich angenehm anfühlt. Verweilen Sie jeweils so lange in den fünf einzelnen Schritten, wie es für Sie leicht und mühelos geht. Im Folgenden finden Sie Affirmationen, die sich auf die evolutionären Potentiale astrologischer Faktoren beziehen. Sie beruhen auf der Erforschung von Horoskopen auf die Entdeckung neuer Himmelskörper, auf die erste Landung auf dem Mond und andere wichtige Ereignisse in der astronomischen Forschung. Falls Sie nicht auf dem Planeten Erde leben, sollte überprüft werden, ob diese Affirmationen für Sie wirklich sinnvoll sind. Eventuell sollten sie durch  passendere Affirmationen ersetzt werden, die sich auf Ihre kosmische Umgebung beziehen.

SONNE

Die Sonne verhält sich zu den anderen Himmelskörpern in unserem Sonnensystem, wie das menschliche „Ich Bin“ zu seinen Erfahrungsmöglichkeiten.

Sonnen-Affirmation: „Ich bin beseeltes Licht“

MOND

Dem Mond entspricht das träumende, emotionale Selbst, dessen Potential dann zugänglich wird, wenn es erkennt, dass es selbst der Mitschöpfer seines Erlebens und seiner Träume ist.

Mond-Affirmation: „Ich bin Mitschöpfer meines Erlebens.“

MONDKNOTEN

Die Mondknoten symbolisieren eine Entwicklungsbewegung. Der alte Mondknoten zeigt alte und überholte Muster und Formen an, der neue die evolutionären Potentiale und Chancen.

Mondknoten-Affirmation: „Es gibt immer eine evolutionäre Chance.“

MERKUR

Der Merkur beherrscht die Zwillinge und die Jungfrau. Der Zwillings-Merkur entspricht dem Intellekt. Aus mystischer, mythologischer und astrologischer Sicht ist klar, dass der Intellekt ein sehr guter Diener, aber ein sehr schlechter Meister ist. Der Jungfrau-Merkur entspricht unserer alltäglichen Bewusstheit, die sich oft in den Erscheinungen des All-Tags verliert und darüber sich selbst vergisst.

Zwillings-Merkur-Affirmation: „Der Intellekt ist mein Diener.“

Jungfrau-Merkur Affirmation: „Bewusstheit erinnert sich ihrer selbst.“

VENUS

Die Venus beherrscht die Waage und den Stier. Die Waage-Venus wurde mit Aphrodite, der Göttin der Schönheit und Liebe assoziiert. Sie taucht als Ausstrahlung des Uranos, des schöpferischen Gottes des Sternenhimmels aus dem Ozean auf, was ihre Verbindung mit dem Schöpferischen und Grenzenlosen symbolisiert. Die Stier-Venus symbolisiert den irdischen Aspekt der Venus, unsere Fähigkeit, das Leben mit allen Sinnen zu genießen.

Waage-Venus-Affirmation: „Liebe und Schönheit verbinden uns mit Allem was ist.“

Stier-Venus-Affirmation: „Ich genieße mit allen Sinnen.“

MARS

Der Mars wurde von den Astrologen schon vor tausenden von Jahren sowohl mit dem Gott des Krieges, wie auch mit dem Prinzip des Wachstums assoziiert. Als reine, neutrale Energie kann er sowohl für destruktive, als auch für konstruktive Aktivitäten eingesetzt werden.

Mars-Affirmation: „Ich handle konstruktiv.“

JUPITER

Jupiter heißt im Mythos Zeus. Er befreite seine Geschwister aus dem Bauch ihres Vaters, des Titanen Kronos, der diese verschlungen hatte und verwandelte sie so in die unsterblichen  Göttinnen und Götter des Olymps, die bis heute in der Astrologie weiterleben. Kronos symbolisiert die Zeit. Zeus, also Jupiter symbolisiert Bewusstheit gepaart mit Empathie, das Erkenntnisvermögen, das die besten Potentiale aller Situationen und Wesen erkennt.

Jupiter-Affirmation: „Empathie und Bewusstheit fördern Potentiale.“

SATURN

„Saturn gebietet über die ununterbrochene Fortdauer des Ganzen.“ schrieb Agrippa von Nettesheim um das Jahr 1.500. Angesichts der ununterbrochenen Fortdauer des Ganzen wird  klar, dass unsere Lebenszeit im Diesseits begrenzt ist. Im Alltag symbolisiert der Saturn auch die kollektiven Vorstellungen, die das soziale Leben bestimmen. Als menschliche Wesen sind wir in unseren ersten Lebensjahren in hohem Maße von anderen Menschen abhängig. Also sind wir auch dann, wenn wir schon selbstbestimmt leben können, oft noch bereit, uns durch soziale Konventionen fremdbestimmen zu lassen. Da unser Leben im Diesseits aber begrenzt ist, stellt sich die Frage, ob wir unser Leben nicht vielleicht lieber selbst bestimmen wollen.

Saturn-Affirmation: „Ich lebe selbstbestimmt.“

CHIRON

Chiron vermittelt astronomisch zwischen den Bewegungen von Saturn und Uranus. Er kann heilen, lehren, zwischen individuellem und kollektivem Bewusstsein vermitteln und er kann schöpferische Ideen und Entwicklungen unterstützen. Chiron ist ein Evolutionsagent.

Chiron-Affirmation: „Evolution wird von Liebe und Schönheit bestimmt.“

URANUS

Uranus symbolisiert die schöpferische Energie und die Freiheit des Individuums. Im Mythos entspricht er dem Uranos, dem schöpferischen Sternenhimmel, der mit Gäa, der Erde eine kosmische Liebesbeziehung hat und mit ihr zusammen alle Wesen hervorbringt. Uranus schöpft aus dem Grenzenlosen und kann in einem einzigen Augenblick ganze innere Welten in uns auftauchen lassen. Uranus stellt uns die Frage, ob wir nur schöpferisch träumen, oder auch unserer Freude folgen und schöpferisch leben und handeln wollen.

Uranus-Affirmation: „Der Sternenhimmel ist schöpferisch und voller Glück.“

NEPTUN

Neptun symbolisiert die weltraumartige Weite und das erotische, ozeanische Fließen des universellen Gewahrseins. Es umströmt alle Erscheinungen und bleibt dabei doch immer rein und unberührt. Und es kann sich durch uns selbst wieder erkennen und erwachen.

Neptun-Affirmation:  „Das universelle Gewahrsein erwacht zu sich selbst.“

PLUTO

Pluto symbolisiert die Fähigkeit, etwas in die Realität hinein zu glauben! Er manifestiert sich in Imaginationen, Vorstellungen und in deren Konsequenzen. Wenn wir unsere Vorstellungen verändern, verändern wir auch unser Erleben. Ohne die Fähigkeit zur Imagination würden wir heute noch in Höhlen leben, und zwar ohne Werkzeuge und ohne Höhlenmalerei! Die tieferen Potenziale des Plutos entfalten sich in der Wertschätzung von Allem was ist.

Pluto-Affirmation: „Wertschätzung ermöglicht Verwandlung.“

SCHLUSSWORT

Vielleicht sollte die Pluto-Affirmation „Wertschätzung ermöglicht Verwandlung“ auch am Anfang des Textes stehen. Wie schon erwähnt, liegt das Wesentliche dieses Teachings darin, dass sich die individuelle Bewusstheit ihrer selbst bewusst werden und sich selben Moment als das natürliche, universelle Gewahrsein erfahren kann. Die Affirmationen können Ihnen dabei helfen, dass Ihr Erleben weiter, brillanter, farbiger, facettenreicher und lebendiger wird.

Mögen die Evolutionsagenten mit Ihnen sein

Leo Milan

Zum Abschluss noch ein Gedicht des Mystikers und Dichters Hafiz, der im 14. Jahrhundert auf dem Planeten Erde in Persien lebte. Das Gedicht heißt: „Wenn Du so weiter machst!“

Wenn Du so weiter machst!

Kummer und Sorgen wohnten bei mir,

Tage, Wochen, Monate, Jahre lang.

Aber eines Abends entdeckte ich

mein wirkliches Selbst.

Und ich sang und tanzte

viele Nächte lang.

Da wurden Kummer und Sorgen

erst so richtig gemein.

Sie standen in der Tür

und drohten mir:

„Wenn Du so weiter machst

dann gehen wir!“

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