Mrz 122014
 

Uranus-Entdeckung

Die Entdeckung des Uranus
am 13.3.1781 um 22:58:10 GMT in Bath/England

Uranus wurde am 13.3.1781 durch den Musiker und Astronom Friedrich Wilhelm Herschel (*15.11.1738 + 25.8.1822) entdeckt und dadurch „in das Bewusstsein der Menschheit geboren“. So gesehen hat der Uranus am 13.3.2014 seinen 234. Geburtstag, was mir ein willkommener Anlass ist, ihm eine astrologische Betrachtung zu widmen.

Im olympischen Mythos heißt es, dass vor allen Anfängen CHAOS ist, was im Altgriechischen „unermesslicher, gähnend leerer Weltraum“ bedeutet. Im Weltraum erheben sich Gäa (die Erde) und Uranos (der Sternenhimmel). Gäa und Uranos umarmen sich jede Nacht. Uranos besprüht die geheimen Öffnungen der Gäa mit Regen. Gäa wird schwanger und gebiert alle Wesen.

Eine vertiefende astrologische Entschlüsselung des olympischen Schöpfungsmythos findet sich hier: http://www.vinzent-liebig-blog.de/die-metaastrologischen-schlusselbilder-eine-reise-zu-den-sternen-teil-3/

Zum Mythos des Uranos (dem Gott des Sternenhimmels) lassen sich im Entdeckungshoroskop des Planeten Uranus folgende Bezüge herstellen: AC-Skorpion = eine Struktur, Pluto in 3 = in Bewegung, die als Zeitliches (Steinbock) das Irdische ordnet (Saturn in 2), so dass das Irdische fruchtbar wird (Schütze in 2, Jupiter in 1). Nach Agrippa von Nettesheim gebietet Jupiter über die Fruchtbarkeit der Dinge. Es gibt hier eine Kreisbewegung – Pluto als Herrscher von 1 in 3, Saturn als Herrscher von 3 in 2, Jupiter als Herrscher von 2 in 1, Pluto als Herrscher von 1 in 3 usw….

Uranus-Entdeckung

Danach ist der Sternenhimmel (Uranos) seinem Potential (AC-Konstellationen) nach eine Struktur, die aus irdischer Sicht den irdischen Zusammenhängen durch eine kreisende Bewegung eine zeitliche Ordnung gibt. Was den Tatsachen entspricht, denn alle Formen der Zeitmessung wurden und werden von den Bewegungen der Himmelskörper abgeleitet. In der Astrologie wird das Irdische durch die zweite Phase symbolisiert, also durch Haus 2, durch das zweite der Erdzeichen, nämlich den Stier und durch die Stier-Venus. Insofern passt es gut zum Mythos, dass im Entdeckungshoroskop des Uranus der Stier am DC steht, denn danach begegnet Uranos Gäa, der Erde. Und mit der Venus in Haus 4 in den Fischen findet diese Begegnung „zu Hause“ (Haus 4) nämlich im Weltraum (Fische) statt. Ebenfalls zum Mythos passend finden wir die Sonne des Uranus-Entdeckungshoroskops in in den Fischen, danach ist der Uranos eine lebendige Aktivität (Sonne) im Weltraum (Fische).

Dafür dass die Fische auch den Weltraum symbolisieren, finden sich viele Hinweise. Zum Beispiel hatte der Kosmonaut Juri Gagarin, der erste Mensch im Weltraum seine Sonne (Aktivität) in den Fischen (Weltraum) – und es gibt eine ganze Reihe von Astronauten, Astrologen und Astronomen von Bedeutung mit ähnlichen Konstellationen.

Im Mythos ist vor allen Anfängen das CHAOS (Fische/Neptun), daraus erhebt sich Uranos, der Sternenhimmel (Wassermann/Uranus), der von seinem Sohn Kronos (Steinbock/Saturn) ermordet wird, der eine kosmische Generation später wiederum von seinem Sohn Zeus (Schütze/Jupiter) entmachtet wird. Danach vermittelt der Uranus als das Schöpferische zwischen Neptun und Saturn, zwischen der kosmischen Leere, die alle Möglichkeiten noch ungeformt in sich trägt (Neptun) und den begrenzten, vergänglichen Formen der konkreten Erscheinungswelt (Saturn). Im Entdeckungshoroskop des Uranus finden wir den DC im Stier und die Venus auf 2°55’19“ am IC auf 2°05’34“ Fische, die Halbsumme liegt auf 2°30’26,5“. Laut MRL liegt auf 2,5° Fische ein Saturn/Neptun-Punkt. Danach bestehen das Wesen (IC), die verborgene, schöpferische Bedeutung (Haus 12 und 11 in der Waage) und die Finalität (DC) des Uranus darin, Ausgleich, Harmonie und Balance (Venus) zwischen dem ungeborenen, formlosen, zeitlosen, grenzenlosen Urzustand (Neptun) und der geformten, zeitgebundenen, begrenzten Erscheinungswelt herzustellen.

Das Entdeckungshoroskop des Uranus zeigt auch Parallelen zum Bild des Wassermanns, dem Zeichen, das vom Uranus beherrscht wird, das einen Mann zeigt, der Wasser aus einer Amphore gießt. Wenn wir im Sinne der MRL annehmen, dass der Pluto einen „Container“ – also einen Behälter symbolisiert, finden wir mit Pluto als Herrscher von 1 in 3 einen „Container in Bewegung“. Und da es die Sonne ist, die anzeigt, wo und wie sich sich das Potential (AC-Konstellationen) realisiert, bewegt sich dieser Container bei Sonne in den Fischen im Wasser, im Ozeanischen. Der Ozean ist neben dem CHAOS eine weitere essentielle Analogie zu den Fischen. Wassermann/Uranus schöpft – bewegt einen Container – im Grenzenlosen (Fische).

Uranus-Entdeckung

Wolfgang Döbereiner ordnet dem Uranus die „vertikale Luftsäule“ zu und spricht im Weiteren davon, dass der Uranus Höhenunterschiede aufhebt. Im Uranus-Entdeckungshoroskop finden wir passend dazu den Neptun als Herrscher von 4 in 11. Die 11. astrologische Phase wird durch Wassermann, Uranus und Haus 11 symbolisiert – Haus 11 entspricht danach in der MRL ebenfalls dem Himmel. Der Neptun steigt von Haus 4 – das in der MRL „die Quelle“ symbolisiert – nach Haus 11, also zum Himmel auf. Dort kondensieren die Wasser des Neptun in Luftzeichen der Waage zu luftigen Gebilden, also zu Wolken, von wo sie via Venus als Herrscherin von Haus 11 in 4 wieder zur Quelle zurückkehren, wobei die Quelle hier mit den Fischen in 4 als Ozean charakterisiert ist. So betrachtet können wir im Uranus die vertikalen Bewegungen im Wasserkreislauf sehen. Vielleicht haben die Schöpfer der Tierkreissymbolik das Bild des Wassermanns aus der Beobachtung der über dem Meer aufsteigenden Wolken und des daraus niederfallenden Regens abgeleitet?

Soweit zu einigen mythologischen und ganz grundsätzlichen astrologischen Entsprechungen im Entdeckungshoroskop des Uranus. Nun zur Bedeutung des Uranus als einem astrologischen Faktor aus der Sicht seines Entdeckungshoroskops. Zunächst ein Blick auf das Diagramm der Häuser- und Zeichenherrscher, es zeigt zwei getrennte Strukturen von miteinander verknüpften Faktoren:

Uranus-Entdeckung Diagramm

Die erste Struktur zeigt das Potential des Uranus. Sie ist mit AC-Skorpion und Pluto in 3 geistiger Natur und hat ihren Schwerpunkt im ersten, dem physischen Quadranten. Dies ist ein Denken in beweglichen (Haus 3) Modellen und Imaginationen (Pluto), dass sich kritisch, unpersönlich und geordnet (Steinbock in 3) auf die physische Realität, oft auch auf die allgemeinen sozialen Zusammenhänge (Saturn in 2) bezieht, wobei mit Jupiter aus 2 in 1 fruchtbare Verbesserungen und Synthesen ermöglicht oder zumindest angestrebt werden.

Die zweite Struktur zeigt das Verhalten, den Ausdruck des Uranus und ist mit Venus und Sonne im 4. Haus seelischer, emotionaler Natur, wobei das Seelische hier mit den Fischen ein grenzenloses, intuitives, ozeanisches, weltraumartiges Seelisches ist. Die Aktivität des Uranus schafft also eine Verbindung des Seelischen oder persönlichen Unterbewussten (Haus 4) mit dem Urzustand des CHAOS (Fische), das vor allen Anfängen ist.

Nach meiner Ansicht symbolisiert der Uranus das Hohe Selbst, den schöpferischen, inspirierenden, transzendenten Aspekt unseres Wesens, der uns mit dem GANZEN verbindet. Im hawaiianischen Schamanismus wird betont, dass eine ganz direkte Verbindung zwischen dem persönlichen unterbewussten Selbst (Krebs/Mond und Haus 4) und dem Hohen Selbst besteht und dass uns das Hohe Selbst mit der Gesamtheit der spirituellen Wirklichkeit verbindet.

Europäische Alchemisten und Astrologen wie Agrippa von Nettesheim und Paracelsus bezeichneten das Hohe Selbst als „Genius“. Wenn wir den Begriff „Genie“ etymologisch untersuchen, zeigt sich, dass er viel mehr bedeutet, als nur eine herausragende Begabung. Das Wort Genius umfasst ursprünglich folgende Inhalte: „hochbegabter schöpferischer Mensch, Geist, außerirdisches Wesen(!), Schutzgeist, über dem Menschen waltender, ihn durchs Leben begleitender Gott, der Leben Erzeugende“, sowie „zeugen, erzeugen, hervorbringen“. Es gäbe noch viel mehr zu sagen, man könnte leicht ein ganzes Buch über den Uranus schreiben. Aber immerhin wurden einige der wichtigsten Analogien zum Uranus dargestellt. Da der Uranus in der Astrologie das Individuelle, Einzigartige, Schöpferische und die Freiheit symbolisiert und zum 4. Quadranten gehört, der das Transzendente symbolisiert, ist es sehr naheliegend, den Uranus in Verbindung mit dem Hohen Selbst zu bringen. Und mir scheint, dass eine gute Verbindung zum Genius oder Hohen Selbst vielleicht das Wertvollste ist, was man als Mensch erfahren kann.

Also wünsche ich Ihnen zum 234. Geburtstag der Uranus-Entdeckung
eine fruchtbare Beziehung zu Ihrem Genius!

Alles Gute
Vincento

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