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Primäre Libido und Urtrauma

Mondknoten auf 2,5° Fische 13.6.2026 um 17:20:25 Weltzeit

Liebe Leserinnen und Leser,

diesmal geht es um die „primäre Libido“ und das „Urtrauma“. Kurz ein paar technische Informationen vorweg: Der aktuelle Anlass darüber zu schreiben ist der, dass der Mondknoten derzeit auf ca. 2,5° Fische steht. Ich deute den Mondknoten meistens als Hinweis auf die evolutionären Möglichkeiten. In der Hamburger Schule und der Münchner Rhythmenlehre (MRL) gilt der Mondknoten aber auch als Kontaktpunkt. Nach meiner Erfahrung sind beide Deutungen stimmig. Und in der MRL gelten die 2,5° Fische als „Gruppenschicksalspunkt“ (GSP) mit Saturn/Neptun-Qualität. Die Grundidee der GSP besagt, dass bestimmte Grade im Tierkreis bestimmte Qualitäten haben. Die GSP scheinen eine gewisse “Streubreite“ zu haben, so dass man sie auch kurz vorher und kurz nachher spüren kann. Wieweit diese Streubreite reicht, ist schwer zu sagen. Die Übergänge sind fließend und das könnte auch etwas von der persönlichen Sensibilität abhängen. Wer sich für das Thema GSP interessiert, findet auf  astro.com einen Artikel dazu:  https://www.astro.com/astrowiki/de/Gruppenschicksalspunkt

Primäre Libido und Urtrauma

Jetzt zum Inhalt: Zurzeit haben wir auf der allgemeinen Ebene sowieso Neptun/Saturn, weil die beiden Planeten jetzt im selben Zeichen, nämlich im Widder stehen. Mit dem neuen Mondknoten auf 2,5° Fische entsteht ein Kontakt zu der Konstellation Neptun/Saturn. Und der Jupiter steht derzeit in einem harmonischen Aspekt, nämlich in einem Biquintil dazu. Der Jupiter kann uns also helfen, die Konstellation Neptun/Saturn leichter und tiefer zu verstehen. Und diese Konstellation zu verstehen, kann uns helfen, besser mit ihr umzugehen. Zu dem Zweck erst Mal eine kleine Übersicht zu Neptun, Uranus und Saturn im Zusammenhang.

Neptun symbolisiert den Urzustand, das Einheitserleben, in dem Innen und Außen so vollkommen miteinander verschmolzen sind, dass es keine Trennung zwischen Innen und Außen gibt. Diesen Zustand erleben wir täglich – wenn auch meistens nur unbewusst – im Tiefschlaf ohne Traum.

Uranus symbolisiert das Schöpferische, das aus dem Urzustand hervorgeht. Da sind Innen und Außen interaktiv miteinander verbunden. Auch den Zustand erleben wir täglich, Mal mehr Mal weniger bewusst, nämlich bei schöpferischen Aktivitäten und im Traumzustand.

Saturn symbolisiert die äußere Realität, die aus dem Traumzustand hervorgeht. Da sind Innen und Außen voneinander getrennt und wir erleben bewusst zahllose zumindest scheinbar voneinander getrennte Phänomene. Diesen Zustand erleben wir täglich im Wachzustand.

Wenn nun der Neptun und der Saturn unvermittelt zusammen kommen, dann ist das ungefähr so, als würden wir überraschend aus dem Tiefschlaf heraus geweckt. Dann erleben wir so etwas wie ein „Mini-Trauma“. Wir sind erschrocken, durcheinander, wie betäubt und sehnen uns nach dem vorherigen Zustand zurück. Wir erleben einen „Mini-Neptun/Saturn“.

Je nach dem wie Neptun/Saturn in einem individuellen oder kollektiven Horoskop positioniert ist, kann sich diese Konstellation ganz unterschiedlich abbilden. Häufig beobachtet habe ich öffentliche Skandale, Betrugsfälle, Korruption und damit oft verbunden die Verfolgung von Minderheiten. Oder dass jemand zum „Sündenbock“ gemacht wird, dem man alle Sünden auflädt und den man dann „in die Wüste schickt“. Es gibt noch mehr Erscheinungsformen. Im Seelischen kann sich die Konstellation z.B. als irrationales Schuldgefühl, Isolation, Kummer usw. abbilden. Und neben all dem gibt es ein Neptun/Saturn-Muster, von dem ich glaube, dass wir das fast Alle in irgendeiner Form in uns tragen; nämlich den Zusammenhang von primärer Libido und Urtrauma. Das passt jetzt gerade ganz gut in die Zeitqualität, denn der Mondknoten auf dem Neptun/Saturn GSP 2,5° Fische gilt ja auch als Kontaktpunkt. Und ich glaube, dieses Muster taucht vor allem in Beziehungen auf.

Der Zusammenhang von primärer Libido und Urtrauma

Bei einer längeren Recherche zur Bedeutung des Neptuns in mythologischen, etymologischen und metaastrologischen Quellen, kam mir die Idee, dass man den Neptun auch als „primäre Libido“ bezeichnen könnte. Damit meine ich einen Zustand, in dem wir vollkommen offen und vertrauensvoll sind. In diesem Zustand sind Vitalität, Libido und Intelligenz noch Eins. Leben, Lust, Intelligenz und Liebe strömen ungeteilt dahin. Alles erscheint uns als interessant, erlebens- und liebenswert. Wir sind sehr neugierig und freudig und lebhaft an all unseren Erfahrungen interessiert. Dieser Zustand ist ozeanisch. Wir sind anfangs alle ozeanische Wesen. Primäre Libido könnte man auch sehr gut als „ozeanische Libido“ bezeichnen. 

Je nachdem wie unser Inkarnationsvorgang verläuft, erfahren wir die primäre Libido noch im „Bardo“, also im Zwischenzustand zwischen Tod und neuer Geburt. Also in einem noch  außerkörperlich Zustand vor unserer Empfängnis. Oder wir erleben diesen Zustand während der Empfängnis, falls die Empfängnis ekstatisch verläuft. Oder wir erleben ihn vor der Geburt während einer glücklichen Entwicklung im Uterus, während der Geburt, oder nach der Geburt als Baby und als kleines Kind. (Und bitte, bitte erinnert Euch! Wir erleben diesen Zustand auch täglich im Tiefschlaf ohne Traum.)

Wisst Ihr eigentlich, warum sich Liebesleute „Baby“ nennen? Weil sie sich gegenseitig in den  Urzustand der primären Libido versetzen. Und wenn man frisch verliebt ist, dann ist man eben tatsächlich oft so zart, offen, fließend wissend, und lebendig wie ein Neugeborenes.  

Irgendwann kommt es zu einer ersten Störung des Zustands der primären oder ozeanischen Libido, z. B. wenn wir durch eine Vergewaltigung gezeugt wurden, wenn es der Mutter in der Schwangerschaft schlecht ging, wenn die Mutter daran dachte, die Schwangerschaft ab zu brechen oder es tatsächlich versuchte, wenn es während der Geburt zu Komplikationen kam, oder wenn wir als Baby oder Kind etwas Schlimmes erlebten. Die erste wirklich harte Störung kann natürlich auch erst später auftauchen.

Irgendwann kommt es zu einer ersten Störung des Urzustands der primären Libido. Diese erste Störung kann als „persönliches Urtrauma“ bezeichnet werden. Diese Störung entspricht dem Saturn. Ab dem Zeitpunkt gibt es eine bewusste und/oder unbewusste Erinnerung, in der die primäre Libido und das persönliche Urtrauma irgendwie miteinander verknüpft sind. Wir stellen irgendeine Verbindung zwischen der primären Libido und dem persönlichen Urtrauma her, z. B.: „Erst hab ich mich total gut gefühlt und dann hat es plötzlich geknallt!“ Vielleicht fällt unsere Analyse auch etwas oder sogar deutlich differenzierter und komplexer aus. Jedefalls gibt es in unserer Seelenlandschaft jetzt einen Ort, oder mehrere Orte, wo Libido und Urtrauma eng miteinander verbunden sind.    

Wenn wir dann später im Leben in irgendeiner Weise wieder mit dem Urzustand der primären oder ozeanischen Libido in Berührung kommen, z. B. wenn wir uns verlieben; dann kann es geschehen, dass unser Unterbewusstsein irgendwann sehr alarmiert reagiert. Und zwar deshalb, weil in der inneren Seelenlandschaft ein Ort angesprochen oder berührt wurde, wo Libido und Trauma ganz eng miteinander verbunden sind. Es ist möglich, dass wir dann Panik oder ziemlich „gemischte Gefühle“ – also widersprüchliche Emotionen in uns spüren, so als würde irgendetwas in uns sagen: 

„Wie bitte?! Libido!? Ach Du meine Güte! Und dann auch noch primäre Libido? Ozeanisch? Vorsicht, da ist mir mal etwas ganz Schlimmes passiert! Erst hab ich mich ganz toll gefühlt  und dann hat es plötzlich geknallt. Es ist höchste Zeit abzuhauen, zu kämpfen oder sich tot zu stellen!“ Wenn dieser innere Appell unseres Unterbewusstseins, der sich in irgendwelchen intensiven und unangenehmen Gefühlen und entsprechenden Gedanken äußert, nichts hilft und wir weiter mit dem Menschen in Verbindung bleiben, der die primäre, ozeanische Libido in uns reaktiviert hat und weiter reaktiviert, startet das Unterbewusstsein unter Umständen einen Test! So als würde es in ungefähr sagen: 

„Okay, Du willst mit diesem Menschen in Verbindung bleiben. Das geht mir extrem auf die Nerven. Weil ich mein Urtrauma immer noch nicht ganz verarbeitet habe und dieser Mensch mich ständig daran erinnert. Oh Gott, immer diese Menschen! Aber gut, Du willst es so! Dann lass mich diesen Menschen wenigstens sicherheitshalber testen. Ich werde dafür sorgen, dass dieser Mensch genau das um die Ohren gehauen bekommt, was mein Urtrauma ausgelöst hat. Ich hau ihm dasselbe Ding rein, das man mir reingehauen hat. Wenn er das einigermaßen manierlich managed; wenn er das aushalten und/oder lösen kann, gut! Sehr gut! Das bedeutet nämlich, dass er mir vielleicht dabei helfen kann, mein Trauma auszuhalten und/oder zu lösen. Dann bin ich einverstanden, dass er eine Chance bekommt. Aber nur dann!“

Und dann beginnen wir mehr oder weniger unbewusst damit, unser Neptun/Saturn-Muster auszuagieren. Und der Mitmensch, den wir dadurch testen, versteht womöglich die Welt nicht mehr und denkt sich: „Was ist denn jetzt kaputt? Es war doch so schön! Und es wurde gerade immer schöner! Hab ich irgendwas falsch gemacht?“ Es ist vollkommen klar, dass sich die Geschichte ab diesem Punkt in ganz viele verschiedene Richtungen weiterentwickeln könnte.

Aber was machen wir denn jetzt, wenn wir Neptun/Saturn haben? Die Konstellation ist ja  gegeben, weil Neptun und Saturn noch längere Zeit im gleichen Zeichen stehen. Da möchte ich noch einmal an das Beispiel mit dem „Mini-Trauma“ erinnern. Ich schrieb: Wenn nun der Neptun und der Saturn unvermittelt zusammen kommen, dann ist das ungefähr so, als würden wir überraschend aus dem Tiefschlaf heraus geweckt. Dann erleben wir so etwas wie ein „Mini-Trauma“. Wir sind erschrocken, durcheinander, wie betäubt und sehnen uns nach dem vorherigen Zustand zurück.

Was würde ein Mensch, der gerade aus dem Tiefschlaf gerissen wurde, wohl als allererstes wollen? Ich denke dieser Mensch würde sich zu allererst ein Mal sammeln wollen. Es geht bei Neptun/Saturn darum, öfter Mal innezuhalten, bis man die innere Stimme wieder hören kann.

Von Herzen Alles Gute!

Vincento         

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