Okt 172016
 

Das Galaktische Zentrum (GZ) wurde am 1932 durch Karl Guthe Jansky entdeckt. So wie die Sonne das Zentrum unseres Sonnensystems bildet, bildet das GZ das Zentrum unserer Galaxis und kann deshalb als ein Zentrum höherer Ordnung angesehen werden. Hier wird es nun um den Ausdruck und das Verhalten des GZ gehen. Weiterlesen »

Mrz 232013
 

Eine Art und Weise in der die Urwirklichkeit in unserer Bewusstheit auftauchen kann, ist der „heilige Blick“. Eines Abends kamen wir zusammen aus dem Ashram in Poona von einem Darshan mit Osho, der sich damals noch Bhagwan nannte und gingen in der laut belebten Dunkelheit durch den Koregaon Park. Wir kamen an einen Teeausschank und tranken Chai aus Schwarztee, Milch, Zucker und Gewürzen. Dort lag neben der Straße ein Abfallhaufen aus verwelkten Blättern und Blüten, Orangen- und Eierschalen, ausgekochten Teeblättern, Steinen, Erde und Staub. Sein Anblick nahm mich so gefangen, er erschien mir als so unendlich schön, dass ich für viele, viele zeitlose Augenblicke staunend in Ekstase wie angewurzelt dastand und in reines Sehen verwandelt wurde.

Einige Jahre später hörte ich den deutschen Zeichner Horst Jansen einmal sinngemäß in einem Interview sagen: „Um Künstler zu sein, brauchen Sie die ästhetische Urerfahrung. Sie müssen die Schönheit eines Abfallhaufens sehen können.“ Er benutzte tatsächlich das Beispiel des Abfallhaufens und ich war fasziniert von dieser Gemeinsamkeit. Andy Warhol formulierte: „Alles ist hübsch.“ Und der tibetische Dzogchenmeister Sogyal Rinpoche erklärte einmal, dass es einen Zustand gibt, in dem wir Alles als perfekt und schön erleben, dass Künstler manchmal spontan in diesen Zustand kommen und dass die tibetischen Tantriker diesen Zustand als den „heiligen Blick“ bezeichnen. Der heilige Blick ist nicht auf ästhetisches Erleben beschränkt. Der tibetische Mystiker Longchenpa, der wie Sogyal Rinpoche aus der Linie von Padmasambhava kommt schrieb:

„Dies ist die Magie des unbegrenzten Mitgefühls und solange die Welt existiert, wird dessen charismatische Aktivität niemals enden. Und so kommen aus dieser Dimension die verschiedensten Verkörperungen und Träger von Bedeutung und erscheinen auch in der Form von Gemälden, Reliefbildern, Naturmonumenten, Schriften, Orten der Anbetung, Lotosblumen, Fruchtbäumen, Parks, eleganten Häusern, Vergnügungshainen, Karawansereien, Schiffen, Brücken, Lampen, Juwelen, Nahrungs- und Transportmitteln, Kleidern und so weiter. In all diesen materiellen Formen, die uns auf verschiedenste Weise helfen, ist der Lehrer anwesend.“

Longchenpa, dessen Name in ungefähr „grenzenlose Weite“ bedeutet, eröffnet uns hier eine enorm weite Sicht und sagt uns, dass das, was wir als den „Lehrer“, „Guru“ oder auch als „Evolutionsagenten“ bezeichnen, ein universelles Prinzip und überall anwesend ist. Dieser Text hat mich über Jahre begleitet und bewegt.

Irgendwann begann ich mich mit dem Chiron zu beschäftigen, einem merkwürdigen kleinen Himmelskörper, der von den Astronomen bis heute nicht ganz eindeutig kategorisiert werden konnte. Nach seinem Entdeckungshoroskop symbolisiert Chiron in der Astrologie die Qualitäten von „Lehrern, Heilern und Evolutionsagenten“. Wenn ich von „Lehrern, Heilern und Evolutionsagenten“ spreche, meine ich Wirklichkeiten, die geeignet sind die Evolution des Bewusstseins voran zu bringen, egal ob es sich dabei um Menschen, Organisationen, Situationen, materielle Objekte oder sonst etwas handelt. Ich habe mir also ein wenig die Sichtweise von Longchenpa zu eigen gemacht, wonach „der Lehrer“ potentiell in allem anwesend sein kann. Das meine ich mit dem Begriff des „universellen Gurus“.